BERLIN (dpa) — Armin Laschet steht unter Druck. In den Umfra­gen liegt die Union aktuell bei 22 Prozent — ein histo­risch niedri­ger Wert. CSU-Chef Söder hält die Debat­te um einen Wechsel für ein «Hirnge­spinst».

70 Prozent der Unter­stüt­zer von CDU und CSU sprechen sich einer Civey-Umfra­ge zufol­ge dafür aus, den Unions­kanz­ler­kan­di­da­ten Armin Laschet durch CSU-Chef Markus Söder zu ersetzen.

Nur 23 Prozent der Unions­an­hän­ger befür­wor­ten nach der Erhebung des Meinungs­for­schungs­in­sti­tut im Auftrag der «Augsbur­ger Allge­mei­nen», an Lasche­ts Kandi­da­tur festzu­hal­ten. Weite­re sieben Prozent antwor­te­ten unent­schie­den auf die Frage «Sollte CSU-Chef Markus Söder Ihrer Ansicht nach CDU-Chef Armin Laschet als Unions­kanz­ler­kan­di­da­ten ersetzen?».

In der Gesamt­be­völ­ke­rung ist den Angaben zufol­ge eine Mehrheit von 52 Prozent für einen Kandi­da­ten­wech­sel, 38 Prozent sind dagegen. Jeder zehnte äußer­te sich unent­schie­den. Laschet steht wegen schlech­ter Umfra­ge­wer­te der Union unter Druck.

SPD stärks­te Kraft

Erst gestern war eine Forsa-Umfra­ge bekannt­ge­wor­den, nach der die SPD gut einen Monat vor der Bundes­tags­wahl erstmals seit Jahren in einer Sonntags­fra­ge wieder stärks­te politi­sche Kraft in Deutsch­land ist. Im Trend­ba­ro­me­ter des Insti­tuts für RTL und n‑tv kommen die Sozial­de­mo­kra­ten auf 23 Prozent, die Union erreicht 22 Prozent.

Grund­sätz­lich spiegeln Wahlum­fra­gen nur das Meinungs­bild zum Zeitpunkt der Befra­gung wider und sind keine Progno­sen auf den Wahlaus­gang. Sie sind außer­dem immer mit Unsicher­hei­ten behaf­tet. Unter anderem erschwe­ren nachlas­sen­de Parteib­in­dun­gen und immer kurzfris­ti­ge­re Wahlent­schei­dun­gen den Meinungs­for­schungs­in­sti­tu­ten die Gewich­tung der erhobe­nen Daten.

Söder: Keine Ambitionen

CSU-Chef Markus Söder hat nach eigener Darstel­lung keine weite­ren Ambitio­nen auf eine Kanzler­kan­di­da­tur — weder aktuell noch in vier Jahren. «Ich habe einmal ein Angebot gemacht, ein zweites Mal bringt überhaupt nix», sagte der bayeri­sche Minis­ter­prä­si­dent dem Sender münchen.tv. Die jüngs­te Debat­te um einen Wechsel des Unions­kanz­ler­kan­di­da­ten sei nur ein Hirngespinst.

Sachsens Minis­ter­prä­si­dent Micha­el Kretschmer (CDU) forder­te von der Union eine «Erklär-Offen­si­ve»: «Wir müssen (…) den Deutschen sagen, was sie bekom­men, wenn sie bei der Bundes­tags­wahl CDU/CSU wählen», sagte er den Zeitun­gen der Funke-Medien­grup­pe. «Nach Jahren der Großen Koali­ti­on müssen wir für Deutsch­land den bürger­li­chen Reset-Knopf drücken. Statt­des­sen plätschert der Wahlkampf in Deutsch­land dahin.»