Seit Tausen­den Jahren überque­ren Menschen den Boden­see. Mit Flößen und Holzboo­ten, in Galee­ren und Yachten. Und spätes­tens in der Bronze­zeit auch mit Einbäu­men. Ein Relikt wird nun gebor­gen. Forscher erhof­fen sich nicht nur Kennt­nis­se über die Geschich­te des Ur-Bootes.

KONSTANZ (dpa) — Bei einer Tour mit seinem Stand-up-Paddle-Brett hat ein Mann das bislang ältes­te Boot am Boden­see entdeckt. Rund zweiein­halb Jahre nach dem spekta­ku­lä­ren Fund des mehr als 4500 Jahre alten Einbaums am Seerhein, einem Zufluss des Rheins, wird das prähis­to­ri­sche hölzer­ne Relikt in den kommen­den Wochen gebor­gen. Forscher erhof­fen sich dadurch neue Erkennt­nis­se über die Geschich­te des Ur-Bootes aus der Nähe von Konstanz und vielleicht sogar des Lebens am Gewäs­ser in der Stein­zeit und frühen Bronze­zeit. «Mit dem Einbaum haben wir Gewiss­heit: Die Menschen waren hier. Und sie haben den Boden­see als Wasser­stra­ße und Fische­rei­ge­wäs­ser genutzt», sagte die Unter­was­ser­ar­chäo­lo­gin Julia Goldham­mer am Mittwoch der dpa.

Einbäu­me gehören zu den ältes­ten Wasser­fahr­zeu­gen der Mensch­heit. Sie wurden vor allem an Seeufer­sied­lun­gen genutzt. Der mehr als acht Meter lange Einbaum vom Seerhein stammt nach den Schät­zun­gen der Exper­ten aus der Zeit des 24. bis 23. Jahrhun­derts vor Chris­tus. Aus der enden­den Stein­zeit und dem B