BERLIN (dpa) — Viele Hausbau­er hatten die staat­li­che Förde­rung für energie­spa­ren­de Häuser längst einge­plant. Dann zog die Regie­rung die Notbrem­se. Jetzt ist klar: Wer schon einen Antrag gestellt hat, kann aufatmen.

Tausen­de priva­te Bauher­ren und Unter­neh­men können nach dem plötz­li­chen KfW-Förder­stopp nun doch mit Geld für ihre energie­ef­fi­zi­en­ten Häuser rechnen. Anträ­ge, die vor der Notbrem­se am 24. Januar gestellt wurden, werden noch nach den alten Krite­ri­en bearbeitet.

Darauf einig­te sich die Bundes­re­gie­rung am Diens­tag. Danach soll es aber einen klaren Schnitt geben. Damit gehen dieje­ni­gen Häuser­bau­er leer aus, die in der letzten Januar­wo­che noch einen Förder­an­trag für ein sogenann­tes Effizi­enz­haus 55 stellen wollten. Für andere Bauvor­ha­ben dagegen soll es neue Program­me geben.

Die Bundes­re­gie­rung hatte das bishe­ri­ge Förder­pro­gramm für Sanie­rung und Neubau von energie­ef­fi­zi­en­ten Häusern vorzei­tig abgebro­chen, weil es viel zu viele Anträ­ge gab. Statt nach dem 31. Januar konnten schon am 24. Januar keine Anträ­ge mehr einge­reicht werden. Wirtschafts­mi­nis­ter Robert Habeck (Grüne) sprach am Diens­tag von einer Notbremse.

5,4 Milli­ar­den Euro zusätzlich

Es tue ihm «wirklich weh» mit der Entschei­dung so viel Enttäu­schung bei den Hausbau­ern ausge­löst zu haben, sagte Habeck. «Der Abbruch war kein politi­sches Glanz­stück, das muss man eindeu­tig zugeben». Gleich­wohl sei er aber zwingend und notwen­dig gewesen, sonst wäre das Programm auf ein Volumen 14 Milli­ar­den Euro zugelau­fen. Dieses Geld habe er nicht bewil­ligt bekommen.

Auch für die rund 24.000 bis zum Förder­stopp am 24. Januar gestell­ten, aber noch nicht bewil­lig­ten Anträ­ge reich­te das Geld schon nicht mehr aus. Anhän­gig waren zu dem Zeitpunkt noch Anträ­ge im Volumen von 7,2 Milli­ar­den Euro. Es standen nach Regie­rungs­an­ga­ben aber nur noch 1,8 Milli­ar­den Euro Haushalts­mit­tel zur Verfügung.

Nun nimmt die Bundes­re­gie­rung für die bereits gestell­ten Anträ­ge 5,4 Milli­ar­den Euro zusätz­lich in die Hand. Das Geld soll aus dem Energie- und Klima­fonds kommen — und steht damit für andere Klima­schutz­in­ves­ti­tio­nen nicht mehr zur Verfü­gung. Immer­hin spare man durch die Verkür­zung aber zwischen sieben und zehn Milli­ar­den Euro für noch nicht gestell­te Anträ­ge ein, sagte Habeck. Außer­dem ist der Fonds gerade gut gefüllt: Finanz­mi­nis­ter Chris­ti­an Lindner (FDP) hat 60 Milli­ar­den Euro an Kredit­er­mäch­ti­gun­gen überwie­sen, die im vergan­ge­nen Jahr nicht zur Corona-Bekämp­fung gebraucht wurden.

Viele Famili­en hatten nach dem abrup­ten Förder­stopp um die Finan­zie­rung ihrer Immobi­lie gebangt. Dabei geht es um große Summen: Bei einem sogenann­ten Effizi­enz­haus 55 konnten die staat­li­chen Hilfen bisher bis zu 18 000 Euro pro Wohnein­heit betra­gen. Die unter­schied­li­chen Zahlen bei den Standards geben an, wie energie­ef­fi­zi­ent ein Gebäu­de ist. So bedeu­tet EH55, dass ein Gebäu­de nur 55 Prozent der Energie verbraucht, die ein Standard­haus benötigt.

Nur reduzier­te Förder­gel­der für EH40

Für genau diese Häuser ist die Förde­rung laut Habeck nun endgül­tig vorbei. Effizi­enz­häu­ser 55 gehören inzwi­schen zum Baustan­dard. Sie beson­ders zu fördern, setze kaum Anrei­ze für mehr Klima­schutz, so das Argument der Bundesregierung.

Statt­des­sen soll ein neues Förder­pro­gramm aufge­setzt werden: Laut Habeck umfasst dieses Sanie­run­gen und Neubau­ten mit dem Standard EH40. Für diese noch effizi­en­te­ren Gebäu­de werde es aber auch nur reduzier­te Förder­su