FRIEDRICHSHAFEN — Bereits vier Wochen nach der  überra­schend kurzfris­ti­gen Schlie­ßung der ZF-Arena zeich­net sich eine Lösung für den Volley­ball in Fried­richs­ha­fen ab: Profis, Amateu­re und Bundes­stütz­punkt könnten in die Messe ziehen. Der Finanz- und Verwal­tungs­aus­schuss berät am Montag, 2. Novem­ber über einen Zuschuss.

Das Aus für den Sport in der ZF Arena kam kurzfris­tig: Am 28. Septem­ber musste die Stadt Fried­richs­ha­fen die über 50 Jahre alte Halle wegen bauli­cher Schäden schlie­ßen. Für die Nutzer aus Schulen, Verei­nen und für die Volley­bal­ler kam die Schlie­ßung überra­schend, die Stadt unter­stütz­te sie daher bei der schnel­len Suche nach Alter­na­ti­ven. Für Schulen und Verei­ne konnte der Bedarf zu rund 90 Prozent kurzfris­tig in anderen Hallen gedeckt werden. Auch für den VfB Volley­ball mit Profis, Amateu­ren und den Young­Stars am Volley­ball-Bundes­stütz­punkt konnten in den städti­schen Hallen täglich Zeitfens­ter fürs Training freige­macht werden. „Aber allen Betei­lig­ten war klar, das kann nur eine kurzfris­ti­ge Lösung für eine begrenz­te Übergangs­zeit sein – vor allem weil eine Lösung für die Bundes­li­ga- und Champions-League-Spiele her musste“, sagt Andre­as Köster, als Bürger­meis­ter der Stadt Fried­richs­ha­fen auch zustän­dig für Schulen, Verei­ne und Sport.
Diese Lösung zeich­net sich jetzt ab: Die VfB Volley­ball GmbH hat mehre­re Hallen­op­tio­nen geprüft, neben der Messe Fried­richs­ha­fen auch die Boden­see­sport­hal­le in Fried­richs­ha­fen und die Ratio­pharm Arena Ulm. Für die Messe Fried­richs­ha­fen spricht vor allem, dass der Spiel- und Trainings­be­trieb möglich wäre, für Zuschau­er könnten optima­le Bedin­gun­gen geboten werden – von der Verkehrs­an­bin­dung bis zur Tribü­ne, Fernseh­über­tra­gun­gen wären möglich, die Volley Young­Stars könnten den Status Bundes­stütz­punkt beibe­hal­ten und auch andere etablier­te Sport­ver­an­stal­tun­gen, wie etwa der MTU Hallen­cup, könnten wie bisher in der ZF Arena nun in der Messe stattfinden.

Klaus Wellmann, Geschäfts­füh­rer der Messe Fried­richs­ha­fen erklärt: „Mit unserer Zielset­zung, dass die sport­li­chen Belan­ge kompa­ti­bel sind mit dem künfti­gen Messe­be­trieb unserer Veran­stal­tun­gen haben wir den Prozess der Lösungs­fin­dung unver­züg­lich und konstruk­tiv beglei­tet. Wir freuen uns, dass sich nun ein Ergeb­nis abzeich­net, in dem die Inter­es­sen aller Partner größt­mög­lich berück­sich­tigt sind und Fried­richs­ha­fen maximal punkten kann.“

„Sollte der Finanz- und Verwal­tungs­aus­schuss dem Zuschuss zustim­men, würde uns ein großer Stein vom Herzen fallen“, sagt VfB-Geschäfts­füh­rer Thilo Späth-Wester­holt. „Nach vielen Gesprä­chen und der Diskus­si­on von jeder Menge Varian­ten sind wir überzeugt, dass diese Lösung für den Sport in der Stadt die beste sein würde.“
Für die Lösung Messe entste­hen aller­dings zusätz­li­che Kosten, die die VfB Volley­ball GmbH nicht allei­ne tragen kann. Daher haben die Volley­bal­ler um finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für den Betrieb in der Zeppe­lin Cat-Halle A1 der Messe Fried­richs­ha­fen gebeten.

Die Stadt­ver­wal­tung schlägt dem Finanz- und Verwal­tungs­aus­schuss zwei Varian­ten zur Entschei­dung vor, da sich abzeich­net, dass für eine Lösung am alten Stand­ort – unabhän­gig ob Sanie­rung oder Neubau – mindes­tens zwei Jahre einge­plant werden müssen. Varian­te eins geht von einer Saison Novem­ber 2020 bis April 2021 und, nach einer Sommer­pau­se der Volley­ball­pro­fis, von einer zweiten Saison Septem­ber 2021 bis April 2022 aus. Für diese Varian­te beträgt der Zuschuss­be­darf insge­samt 1.074.000 Euro. Diese Varian­te hat den Nachteil, dass für die Sommer­mo­na­te für Amateu­re und Young­Stars andere Trainings­mög­lich­kei­ten gesucht werden müssten. Für eine Anmie­tung der Zeppe­lin Cat-Halle A1 von Novem­ber 2020 bis April 2022 liegt der Zuschuss­be­darf bei 1.216.000 Euro. Bei beiden Varian­ten würde der Profi­sport mit einem Anteil von 55 Prozent aus dem städti­schen Haushalt bezuschusst werden, Amateu­re und Young­Stars aus dem Haushalt der Zeppe­lin-Stiftung mit 45 Prozent.