RAVENSBURG — Die Tinte ist trocken unter den Verträ­gen: Die TWS Netz GmbH und die Firma Franz Lohr GmbH haben eine gemein­sa­me Ausbil­dungs­ge­sell­schaft gegrün­det, die Ausbil­dungs­zen­trum Schus­sen­tal GmbH. Das haben die beiden Gesell­schaf­ter am Freitag (5. März) bekannt gegeben. Losge­hen soll es mit dem Ausbil­dungs­be­trieb am 1. Septem­ber 2021. Der Fokus liegt auf Ausbil­dungs­be­ru­fen mit Elektro­nik und Anlagenmechanik. 

In den Genuss einer guten prakti­schen überbe­trieb­li­chen Ausbil­dung sollen dort aber nicht nur Auszu­bil­den­de der beiden Unter­neh­men TWS Netz und Lohr kommen. Das Ausbil­dungs­zen­trum ist offen für weite­re Partner­un­ter­neh­men. „Wir wollen mit der Gründung des Ausbil­dungs­zen­trums langfris­tig eine gute techni­sche Ausbil­dung sicher­stel­len. Dort steigt der Bedarf an kompe­ten­ten Fachkräf­ten enorm“, sagt Helmut Hertle, Geschäfts­füh­rer der TWS Netz. Nico Brombeis, Geschäfts­füh­rer der Firma Lohr ergänzt: „Uns ist es wichtig, unseren Auszu­bil­den­den eine möglichst hohe Ausbil­dungs­qua­li­tät bieten zu können. Dies gelingt gemein­sam leich­ter. Deshalb tun wir uns zusam­men und öffnen das Zentrum auch für weite­re Partner.“ 

Gemein­sam mehr erreichen
Von einer überbe­trieb­li­chen Ausbil­dung profi­tie­ren die Azubis ebenso wie ihre Ausbil­dungs­be­trie­be. Sitz des neuen Zentrums sind Räumlich­kei­ten bei der Firma Lohr, in der Schwa­nen­stra­ße 48 (ehema­li­ges GAMO-Gelän­de); die Einrich­tung der Lehrwerk­statt stellt die TWS. Der Betrieb startet mit drei erfah­re­nen Ausbil­dungs­meis­tern. „Von großem Vorteil ist auch, dass wir die finan­zi­el­le Last auf mehre­re Schul­tern vertei­len können“, betont Anton Buck, Proku­rist der TWS. Betei­ligt am neuen Unter­neh­men sind die beiden Partner­un­ter­neh­men zu je 50 Prozent.

Motiva­ti­on für den Schritt der Neugrün­dung eines Ausbil­dungs­zen­trums war, dass die Firma Schuler in Weingar­ten im Zuge einer Neustruk­tu­rie­rung ihre etablier­te überbe­trieb­li­che Ausbil­dung einstellt. Dort wurden die techni­schen Azubis der TWS und teils der Firma Lohr sowie auch Azubis anderer Betrie­be bisher fachprak­tisch ausge­bil­det. Das neue Ausbil­dungs­zen­trum bietet auch den Betrie­ben, die bisher die Dienst­leis­tung bei der Firma Schuler in Anspruch genom­men haben, ihre Diens­te an und will damit auch einen Beitrag zur Stärkung der regio­na­len Wirtschaft leisten.

Funda­ment für späte­re Karrie­re – Nachwuchs fürs E‑Handwerk gesucht

Die TWS braucht Elektri­ker und Elektro­ni­ker für eine Vielzahl spannen­der und zukunfts­si­che­rer Aufga­ben. Dazu zählen der Bau und Betrieb von Versor­gungs­net­zen ebenso wie die Straßen­be­leuch­tung, Leitstel­le und das Zähler­we­sen. „Elektri­ker sind grund­sätz­lich rar. Und auch, weil wir spezi­fi­sche Anfor­de­run­gen haben, legen wir großen Wert auf eine eigene fundier­te Ausbil­dung“, berich­tet Anton Buck und fügt an: „Das gilt übrigens auch für die Weiter­bil­dung, für die wir sorgen. Denn die Digita­li­sie­rung erfor­dert, dass die Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter immer auf dem neues­ten Stand der Technik sind.“
Die Firma Lohr ist spezia­li­siert auf Rohrlei­tungs- und Anlagen­bau sowie Gebäu­de­tech­nik. In diesen Berei­chen sind regel­mä­ßig intel­li­gen­te und innova­ti­ve Lösun­gen gefragt, um eine umwelt­freund­li­che Energie- und Wasser­ver­sor­gung zu gewähr­leis­ten. Für deren Ausfüh­rung benötigt es quali­fi­zier­te Fachkräf­te, die sich anspruchs­vol­len Projek­ten stellen. Die Weichen hierfür werden schon in der Ausbil­dung gelegt. Das in Ravens­burg ansäs­si­ge Unter­neh­men mit über 300 Beschäf­tig­ten hat seit Jahrzehn­ten Geschäfts­be­zie­hun­gen mit der TWS und ihren Vorgän­ger­un­ter­neh­men. Oliver Thiel, Proku­rist der Firm