STUTTGART (dpa/lsw) — An Silves­ter ist es gegen Mitter­nacht in der Stutt­gar­ter Innen­stadt zu Ausein­an­der­set­zun­gen zwischen Feier­wü­ti­gen und der Polizei gekom­men. Kurz vor dem Jahres­wech­sel seien zuneh­mend Menschen zum zentra­len Schloss­platz geströmt, also wurde dieser vorüber­ge­hend abgesperrt, wie die Polizei in einer vorläu­fi­gen Bilanz mitteilte. 

An den Absper­run­gen hätten die Perso­nen, vor allem junge und aggres­si­ve Männer, in Richtung der Beamten gedrängt, einige hätten Böller auf Polizis­ten gewor­fen. Die Polizei ging nach eigenen Angaben mit Schlag­stö­cken und Pfeffer­spray gegen die Menge vor. Ein Polizist habe ein Knall­trau­ma erlit­ten, zwei weite­re Beamte seien bei körper­li­chen Angrif­fen leicht verletzt worden. Ob es auch unter den Party­gän­gern Verletz­te gab, wurde zunächst nicht mitge­teilt. Nach 1.00 Uhr sei es in der Innen­stadt deutlich ruhiger geworden.

Vom Nachmit­tag bis in die Nacht hinein seien mehre­re Hundert Beamte der Polizei und der Stadt im Einsatz gewesen, um die Corona-Schutz­maß­nah­men durch­zu­set­zen und «alkohol­be­ding­te Gruppen­ge­walt in der Stadt­mit­te» zu verhin­dern, wie es im Polizei­be­richt heißt. Gegen 17.00 Uhr hätten sich schon etwa 150 Leute am Schloss­platz versam­melt gehabt. Als die Polizei diese auf das dorti­ge Ansamm­lungs­ver­bot aufmerk­sam gemacht habe, seien diese aber in kleine­ren Gruppen abgezo­gen. Auch im Verlau­fe des Abends hätten Angespro­che­ne zumeist die Anwei­sun­gen der Polizei befolgt. Gegen Mitter­nacht dann habe sich die Situa­ti­on jedoch zugespitzt.

In den restli­chen Landes­tei­len des Südwes­tens hinge­gen verlief der Jahres­wech­sel nach Aussa­ge der Polizei weitge­hend ruhig und gesit­tet. Es habe zunächst keine größe­ren Einsät­ze gegeben, sagte ein Sprecher am frühen Samstagmorgen.

Wegen der weiter­hin hohen Corona-Fallzah­len und der sich ausbrei­ten­den Omikron-Varian­te galten an vielen Orten im Südwes­ten für den Jahres­wech­sel strik­te Vorga­ben. So durfte in der Landes­haupt­stadt inner­halb des Cityrings weder Alkohol getrun­ken noch Feuer­werk gezün­det werden. Auch das Verwei­len von Gruppen mit mehr als zehn Menschen in der Innen­stadt war verbo­ten. Die Landes­re­gie­rung hatte zudem im ganzen Südwes­ten ein Verkaufs­ver­bot von Feuer­werk verhängt.