FRIEDRICHSHAFEN (dpa) — Der Automo­bil­zu­lie­fe­rer ZF Fried­richs­ha­fen hat wegen des Kriegs in der Ukrai­ne alle Liefe­run­gen nach Russland gestoppt. Das Unter­neh­men analy­sie­re in einer Taskfor­ce die Umset­zung der erlas­se­nen inter­na­tio­na­len Sankti­ons­maß­nah­men und habe alle Liefe­run­gen nach Russland einge­fro­ren, teilte ein Sprecher in Fried­richs­ha­fen (Boden­see­kreis) am Montag mit. Das betref­fe auch alle Liefe­run­gen zum Gemein­schafts­un­ter­neh­men ZF Kama. Der Fried­richs­ha­fe­ner Konzern betreibt unter diesen Namen ein Joint Venture mit dem russi­schen Lkw-Herstel­ler Kamaz.

Zu den mögli­chen Auswir­kun­gen des Liefer­stopps teilte der Sprecher mit, ZF habe im Jahr 2020 mit dem Joint Venture einen Umsatz im einstel­li­gen Millio­nen-Bereich gemacht. Der Südwest­rund­funk hatte zuerst über den Liefer­stopp berichtet.

Zuvor hatte bereits der weltgröß­te Lastwa­gen­bau­er Daimler Truck am Montag mitge­teilt, wegen des Ukrai­ne-Krieges alle geschäft­li­chen Aktivi­tä­ten in Russland vorerst einzu­stel­len. Daimler Truck koope­riert nach eigenen Angaben seit 2012 mit dem russi­schen Lkw-Herstel­ler Kamaz, den es mit Teilen für zivile Fahrzeu­ge belie­fert. Diese Liefe­run­gen seien nun einge­stellt worden, hieß es.