Der FC Bayern ist nicht zu stoppen. Der Super­cup ist die bereits fünfte Trophäe 2020. Die Menta­li­tät von Match­win­ner Joshua Kimmich ist muster­gül­tig für das Mia-san-Mia. Gerüch­te um einen Neuen sorgen für Spannung. Einen Abschied gibt’s auch.

«Am Ende haben wir den Pokal, das fühlt sich gut an», sagte der 25-Jähri­ge. «Wir haben für den Pott gefigh­tet, auch wenn es nicht unser bestes Spiel war. Aber man hat gesehen, dass wir die Menta­li­tät besit­zen, auch ein Spiel, in dem wir nicht so super spielen, für uns zu entschei­den.»

Kimmichs Willens­leis­tung vor dem Siegtor imponier­te auch Trainer Hansi Flick. «Joshua Kimmich hat eine ganz beson­de­re Menta­li­tät, enorme Quali­tä­ten. Deswe­gen ist er auf einem richtig guten Weg, einer dieser Spieler zu sein, der diesen Verein prägt. Kompli­ment», rühmte Flick den Fußball-Natio­nal­spie­ler.

Das unter­halt­sa­me, aber nicht hochklas­si­ge Spiel hätte nach der Münch­ner Führung durch Coren­tin Tolis­so (18. Minute) und Thomas Müller (32.) aber auch die Dortmun­der für sich entschei­den können. «Am Ende ist es auch eine Quali­tät der Münch­ner, wenn man eine Chance in der zweiten Halbzeit hat, die dann auch zu machen», hader­te Julian Brandt. Ihm glück­te das 1:2 (39.), der wuchti­ge Erling Haaland (55.) glich aus. Danach schnup­per­te der BVB im letzten Spiel von Bibia­na Stein­haus als Schieds­rich­te­rin am 3:2 — bis Kimmich kam.

«Wir konnten dieses Spiel auch gewin­nen, das ist klar. Wir können das 3:2 machen und dann ist es durch», hader­te Trainer Lucien Favre. Doch seinem Team fehlt dieser Punch, der die Münch­ner bei ihrer Titel­hatz auszeich­net. Meister­schaft, DFB-Pokal, Champions League, der Super­cup in Europa und in Deutsch­land — fehlt nur noch die Club-WM. «Ich glaube, dass unsere Spieler das möchten», sagte Flick und verriet, dass nach dem Schluss­pfiff die noch ausste­hen­de Vereins-WM Gesprächs­in­halt war. «Man muss einen Termin finden, was sicher­lich nicht so einfach ist.»

Für die proppen­vol­len kommen­den Wochen will der FC Bayern auch seinen Kader weiter aufrüs­ten. Ein frisches Gerücht: Hoffen­heims Torjä­ger Andrej Krama­ric, der beim 4:1 der TSG am Wochen­en­de zweimal gegen die Bayern traf. «Ich kenne ihn sehr gut, er ist einer der besten Spieler in der Bundes­li­ga», sagte Flick zwar, ließ sich aber nicht locken. Bis zum Ende der Trans­fer­pe­ri­ode am 5. Oktober sei es nicht mehr allzu lange, beton­te er. «Warten wir einfach ab. Ich lasse mich auch überra­schen.»

Klarer war der 55-Jähri­ge, als er zum Auftritt von Stein­haus befragt wurde. «Sie hat den deutschen Fußball lange geprägt. Sie hat ihre Sache sensa­tio­nell gut gemacht», sagte Flick. Das Spiel in München war ihr letzter Einsatz in einem Stadi­on.