FRIEDRICHSHAFEN — „Wie überwin­den wir die Grenzen, die uns das Corona-Virus beschert?“ Dieser Frage gehen Künst­le­rin­nen und Künst­ler des deutsch-ameri­ka­ni­schen Künst­ler­aus­tau­sches salem2salem in einem sehens­wer­ten Video nach. Der zwanzig­mi­nü­ti­ge Film „Bound“ (engl. gebun­den, fixiert) ist unter der Feder­füh­rung des Langen­ar­ge­ner Musikers Micha­el T. Otto entstan­den. Das Kultur­amt des Boden­see­krei­ses präsen­tiert das Video ab sofort auf seiner Inter­net­sei­te: www.bodenseekreis.de/de/bildung-kultur/kultur/salem2salem/

Die Corona-Pande­mie legte und legt in weiten Teilen auch das Kunst- und Kultur­le­ben lahm oder erschwer­te dieses in erheb­li­chem Umfang. Die für Juli 2020 am Boden­see geplan­te elfte Ausga­be des Austausch­pro­jekts salem2salem fiel ebenfalls dem Corona-Schutz zum Opfer und musste verscho­ben werden. Nichts­des­to­trotz bestand über den Atlan­tik hinweg der Wunsch nach Austausch und Zusam­men­ar­beit weiter und das in möglichst kreati­ver Form. Dazu Initia­tor Micha­el T. Otto: „Heute deutli­cher als zuvor wird einem bewusst, dass wir Gefan­ge­ne unseres Umfelds sind. Aber sind wir das wirklich?“ Im Video spüren die Künst­le­rin­nen und Künst­ler auf, was alles Menschen eingrenzt und fragen, ob es überhaupt ein Entkom­men gibt.

In Online­kon­fe­ren­zen wurde das Konzept für ein digita­les Kunst­werk erarbei­tet. Jeder der sechs teilneh­men­den Künst­le­rin­nen und Künst­ler trug auf seine Weise zur inter­dis­zi­pli­nä­ren Vielfalt der Arbeit bei. Zudem flossen auch ganz indivi­du­el­le Erfah­run­gen ein. So erleb­te etwa die Perfor­mance-Künst­le­rin Amy Kaps aus Los Angelos die Waldbrän­de in Kalifor­ni­en. Der aus Fried­richs­ha­fen stammen­de Musiker Philip­pe Woszni­ak betrau­er­te einen durch Corona beding­ten Todes­fall im Bekann­ten­kreis. Die politi­sche Situa­ti­on in Missis­sip­pi im Vorfeld der US-Präsi­dent­schafts­wah­len beein­druck­te wieder­um die Bildhaue­rin Kristen Tordel­la-Williams. Auch der US-Musiker Will Phalen und der Maler und Instal­la­ti­ons­künst­ler Hans Winkler aus Freuden­stadt nahmen an dem außer­ge­wöhn­li­chen Projekt teil.