BAUTZEN/DRESDEN (dpa) — Nach einem Feuer in einem geplan­ten Flücht­lings­heim in Bautzen ist schnell klar: Es handelt sich um einen Brand­an­schlag. Am Tag nach der Tat will Innen­mi­nis­ter Schus­ter sich ein Bild machen.

Nach dem Brand­an­schlag auf ein geplan­tes Flücht­lings­heim in Bautzen will sich Sachsens Innen­mi­nis­ter Armin Schus­ter (CDU) am Samstag ein Bild von der Lage vor Ort machen. Am frühen Freitag­mor­gen war im ehema­li­gen «Spree­ho­tel» nach ersten Erkennt­nis­sen der Ermitt­ler ein Feuer ausge­bro­chen, nachdem die Täter Fenster­schei­ben einge­wor­fen hatten.

Die Landes­re­gie­rung verur­teil­te den Angriff aufs Schärfs­te. Minis­ter­prä­si­dent Micha­el Kretschmer sprach von einer wider­wär­ti­gen Tat. Der CDU-Politi­ker kündig­te an, deren Aufklä­rung habe «höchs­te Priori­tät». In das Haus sollten kommen­de Woche erste Flücht­lin­ge einzie­hen. Vier Menschen, die in dem Gebäu­de übernach­te­ten, blieben unver­letzt. Laut Mittei­lung der Stadt handel­te es sich bei ihnen um Mitar­bei­ter des Hoteleigentümers.

Bereits 2016 versuch­ter Brandanschlag

Das frühe­re Hotel, außer­halb der Stadt an einem Stausee gelegen, wird einer Spreche­rin des Landrats­amts zufol­ge von einem priva­ten Eigen­tü­mer zur Verfü­gung gestellt und von der Arbei­ter­wohl­fahrt (Awo) betrie­ben. Auch 2015 bis 2017 waren dort Asylbe­wer­ber unter­ge­bracht, maximal waren es etwa 200. Auf das Gebäu­de hatte es bereits 2016 einen versuch­ten Brand­an­schlag gegeben. Drei junge Männer warfen damals Molotow-Cocktails über einen Zaun in Richtung des Hauses.

Dem Landes­kri­mi­nal­amt (LKA) zufol­ge wird nach dem Brand am Freitag wegen schwe­rer Brand­stif­tung ermit­telt. Das Polizei­li­che Terro­ris­mus- und Extre­mis­mus-Abwehr­zen­trum (PTAZ) habe die Ermitt­lun­gen übernom­men