FRIEDRICHSHAFEN — Die neue Ausga­be des Boden­see­krei­ses-Jahrbu­ches wird am 5. und 14. Oktober 2020 in Fried­richs­ha­fen und Überlin­gen der Öffent­lich­keit vorge­stellt. „Leben am See“ Band 38 widmet sich dem Titel­the­ma „Grenzen(los)“, doch auch an der Corona-Pande­mie kommt die belieb­te Chronik nicht vorbei.

Grenzen sind von Menschen gemacht. Deshalb sind sie verhan­del­bar, können wahlwei­se verscho­ben, neu definiert werden oder gar ganz wegfal­len. Die Boden­see-Region ist ein Ideal­bei­spiel dafür, wie sich Grenzen nach und nach auflö­sen, obwohl sie hoheit­lich noch da sind. Viele seeüber­grei­fen­de Organi­sa­tio­nen und Initia­ti­ven — vom Boden­see­kir­chen­tag bis zu den Fische­rei­ver­bän­den — stehen für Hunder­te von Aktivi­tä­ten, die diese Grenzen in der Vierlän­der­re­gi­on seit Jahrzehn­ten überwin­den. Wie dicht dieses Grenz­ge­flecht am Boden­see inzwi­schen gewor­den ist, zeigte der Ausbruch der Corona-Pande­mie: über Nacht waren die Grenz­zäu­ne wieder da und spiel­ten plötz­lich wieder eine lange nicht mehr gekann­te Rolle im Leben vieler Menschen.

Dem Schwer­punkt­the­ma „Grenzen(los)“ lag ursprüng­lich die Idee zugrun­de, 30 Jahre nach dem Wegfall der inner­deut­schen Grenze die Wieder­ver­ei­ni­gung von Ost und West zu beleuch­ten. Das Vorha­ben wurde von der im März begin­nen­den Corona-Pande­mie überla­gert. Die nahm und nimmt keine Rücksicht auf Grenzen. Dieser enorme Einschnitt prägt das Jahr 2020 maßgeb­lich. Kein Wunder, dass Corona — ungeplant — in fast jedem Beitrag in diesem Buch seinen Nieder­schlag findet.

Insge­samt 48 Beiträ­ge hat der neue Band von „Leben am See“ zu bieten, der die Leserin­nen und Leser erneut auf eine spannen­de, immer wieder überra­schen­de Reise quer durch den Landkreis mitnimmt. Dem Titel­the­ma getreu werden alte und neue Grenzen aufge­zeigt: jene, die histo­risch mehrfach verscho­ben wurden oder die, die bis heute sogar quer durch Wohnhäu­ser gehen. Autoren erzäh­len von Tieren in der Stadt oder Sport­lern mit beson­ders langem Atem. In der Reihe „Beson­de­re Berufe“ wird diesmal ein Meister seines Handwerks aus Lipperts­reu­te vorge­stellt, der Orgel­pfei­fen für die großen Kirchen dieser Welt baut. Ausge­zeich­ne­te Dorfgast­häu­ser werden präsen­tiert, Regio­Kunst­we­ge nachge­zeich­net und endlich reiner Wein zu einer falschen Schmugg­ler-Geschich­te einge­schenkt, die sich Jahrzehn­te hielt.

Im Jahrbuch des Boden­see­krei­ses, das der Kreis Boden­see­kreis zusam­men mit den Städten Fried­richs­ha­fen und Überlin­gen seit 1983 heraus­gibt, wird auch eine Band vorge­stellt. Die fünf Musiker bringen zusam­men über 350 Lebens­jah­re auf die Bühne, und das mit großer Spiel­freu­de. Bei der Präsen­ta­ti­on von Band 38 werden die „Rockin’ 60s“ aus Fried­richs­ha­fen nicht nur Songs aus den Sechzi­gern.

INFO

Der neue Band des Boden­see­kreis-Jahrbuchs „Leben am See“ wird jeweils um 19:30 Uhr am Montag, 5. Oktober im GZH Fried­richs­ha­fen und am Mittwoch, 14. Oktober 2020, im Kursaal Überlin­gen präsen­tiert. Der Eintritt ist frei. Die Veran­stal­ter bitten Corona-bedingt um Voranmel­dung unter kreiskulturamt.sekretariat@bodenseekreis.de