Bad Waldsee — „Ich schwö­re, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, das Grund­ge­setz für die Bundes­re­pu­blik Deutsch­land, die Landes­ver­fas­sung und das Recht achten und vertei­di­gen und Gerech­tig­keit gegen jeder­mann üben werde.Ich gelobe Treue der Verfas­sung, Gehor­sam den Geset­zen und gewis­sen­haf­te Erfül­lung meiner Pflich­ten. Insbe­son­de­re gelobe ich, die Rechte der Gemein­de gewis­sen­haft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwoh­ner nach Kräften zu fördern. So wahr mir Gott helfe.“ Mit diesen Worten hat Matthi­as Henne am gestri­gen Mittwoch­abend seinen Amtseid als Bürger­meis­ter der Stadt Bad Waldsee abgelegt. Die Verei­di­gung und die Verpflich­tung nahm die zweite stell­ver­tre­ten­de Bürger­meis­te­rin, Gemein­de­rä­tin Sonja Wild, vor. Handschlag und Unter­schrift des neuen Bürger­meis­ters besie­gel­ten die feier­li­che Zeremo­nie.

Eigens für die Verei­di­gung trat der Stadt­rat zu einer öffent­li­chen Sitzung in der Stadt­hal­le zusam­men, deren Leitung die Erste Beigeord­ne­te, Monika Ludy, innehat­te. Sie blick­te auf die vergan­ge­nen sechs Monate, zwischen der Bürger­meis­ter­wahl und der Verei­di­gung, zurück und erinner­te an die großen Verän­de­run­gen und Heraus­for­de­run­gen, die sich durch die Pande­mie ergeben hatten. Am 26. Januar, dem Tag der Bürger­meis­ter­wahl, sei die Welt sprich­wört­lich noch in Ordnung gewesen.

„Und dann kam alles anders“, sagte Ludy. Niemand habe sich zu diesem Zeitpunkt vorstel­len können, wie plötz­lich, mit welcher Geschwin­dig­keit, welcher Wucht und mit welch gravie­ren­den Auswir­kun­gen sich die Welt verän­dern würde. Am 5. April habe Matthi­as Henne sein Amt in dieser Situa­ti­on angetre­ten und sei zunächst als Krisen­ma­na­ger gefragt gewesen.

„Sie waren da und haben mit Ihrer Präsenz, Ihren Worten und Taten Sicher­heit, Zuver­sicht und Hoffnung vermit­telt“, so Ludy. Anschlie­ßend richte­te sie den Blick in die Zukunft und auf die zahlrei­chen Projek­te, denen sich die neue Rathaus­spit­ze gemein­sam mit den Mitar­bei­tern der Verwal­tung für die Bürger­schaft widmen werde und nannte dabei den „Zwölf-Punkte Plan“ des Bürger­meis­ters. Monika Ludy bezeich­ne­te Matthi­as Henne als „Schlag­mann im Ruder­boot“, der die Schlag­zahl angebe und überreich­te symbo­lisch das „Ruder Nummer 1“. „Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen viele positi­ve Erfol­ge bei Ihrer Aufga­be und werde Sie bei allem unter­stüt­zen. Wie Sie selbst sagen, gehört Bad Waldsee zu den schöns­ten und attrak­tivs­ten Städten Oberschwa­bens. Wir Waldseer sind sehr stolz auf unsere Stadt und ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie sich mit Ihrer Familie wohl fühlen in Ihrer neuen Heimat“, sagte Monika Ludy, die selbst aus Bad Waldsee stammt.

Der Verei­di­gung und Verpflich­tung voraus­ge­gan­gen waren einige Grußwor­te.
Es sprachen der Erste Landes­be­am­te Dr. Andre­as Honikel-Günther, Bürger­meis­ter Clemens Moll in Vertre­tung von Bürger­meis­ter Peter Smigoc namens des Gemein­de­tags und der Bürger­meis­ter des Landkrei­ses Ravens­burg sowie Gemein­de­rat Bernhard Schul­tes, der zugleich erster Stell­ver­tre­ter von Bürger­meis­ter Matthi­as Henne ist.

Das Schluss­wort gebühr­te Matthi­as Henne selbst. Er bedau­er­te den kleinen Rahmen, zeigte sich aber dennoch dankbar und glück­lich, dass dieser für ihn wichti­ge Tag überhaupt gefei­ert werden konnte. „Gewiss: Für mich als gesel­li­gen Menschen und Bürger­meis­ter, der gerne den Kontakt zu seinen Bürge­rin­nen und Bürgern sucht und jegli­che Art von Veran­stal­tun­gen schätzt, sind diese aktuel­len Einschrän­kun­gen nicht leicht“, sagte er.

„Mir fehlen der direk­te Austausch und das ungezwun­ge­ne Mitein­an­der in fröhli­cher Runde.“ Sein Dank gelte insbe­son­de­re den städti­schen Mitar­bei­tern, die während dieser Zeit flexi­bel reagiert und glänzen­de Arbeit geleis­tet hätten. „Gerne möchte ich die Mitar­bei­ter und den Gemein­de­rat motivie­ren, groß zu denken und den Blick zielge­rich­tet in die Zukunft zu richten“, so Henne. „Lassen Sie uns nicht in Kleinig­kei­ten verhed­dern und an Nichtig­kei­ten aufrei­ben. Wir müssen unseren Fokus auf das Große Ganze richten.“ Er sei dankbar, dass es bereits gemein­sam gelun­gen sei, wichti­ge Weichen für eine erfolg­rei­che Zukunft der Stadt und neue, frische Akzen­te zu setzen. Konkret nannte er die zusätz­li­chen Kinder­gar­ten­plät­ze – auch in den Ortschaf­ten – sowie den Breit­band­aus­bau, das Förder­pro­jekt „Altstadt für Alle“, die Schul­ent­wick­lung oder das Thema Ehren­amt und Verei­ne. Man habe bereits etliche Schwer­punkt­the­men im Blick und werde sukzes­si­ve Schritt für Schritt voran gehen. Die vier Prinzi­pi­en dabei: einfach, effizi­ent, effek­tiv und ergebnis¬orientiert. Gemein­sam mit den Mitar­bei­tern und den Gemein­de­rä­ten wolle er die Zukunft gestal­ten und die Aufga­ben umset­zen.

Für einen gelun­ge­nen musika­li­schen Abschluss der Feier sorgten die „Stadt­ka­pel­le Oldies“ auf dem Parkplatz vor der Stadt­hal­le.