Der Kreml­kri­ti­ker Alexej Nawal­ny wird in der Berli­ner Chari­té behan­delt — schwer bewacht vom Bundes­kri­mi­nal­amt. Die Klinik geht davon aus, dass Nawal­ny vergif­tet wurde.

Nawal­ny ist seit Jahren einer der bekann­tes­ten Wider­sa­cher von Kreml­chef Wladi­mir Putin. Der Aktivist hat sich mit seinen Recher­chen zu Korrup­ti­on und Macht­miss­brauch viele Feinde gemacht. Nawal­ny spricht dieses Thema so deutlich an wie kaum jemand sonst in Russland. Seit Donners­tag liegt er im Koma. Zunächst wurde er in einem Kranken­haus in Sibiri­en versorgt, am Wochen­en­de aber in die Chari­té überstellt.

Noch immer sind die genau­en Umstän­de des Falls unklar. Nawal­ny hatte bei einer Reise in Sibiri­en in einem Flugzeug unter Schmer­zen das Bewusst­sein verlo­ren. Zudem wurde bekannt, dass er bei dem Aufent­halt in Sibiri­en von Sicher­heits­kräf­ten beschat­tet worden sein soll.

«Es war klar, dass nach seiner Ankunft hier Schutz­maß­nah­men getrof­fen werden mussten», sagte Seibert weiter. Im Gespräch der Fachbe­hör­den sei entschie­den worden, dem BKA diese Aufga­be zu übertra­gen. Nach Paragraf 6 des BKA-Geset­zes ist das BKA unter anderem zustän­dig für den Perso­nen­schutz von Mitglie­dern der Bundes­re­gie­rung sowie für deren auslän­di­schen Gäste. Es sei aber nicht Gast von Bundes­kanz­le­rin Angela Merkel, hieß es. Es gebe «keine förmli­che Einladung».

Auch Außen­mi­nis­ter Heiko Maas wollte den Fall noch nicht bewer­ten. «Ich gehöre zu denje­ni­gen, die ihre Einschät­zung auf Fakten basie­ren lassen», sagte Maas in Kiew. «Für den Fall Nawal­ny fehlen noch viele Fakten — medizi­ni­sche, aber auch wahrschein­lich krimi­no­lo­gi­sche. Und die gilt es abzuwarten.»

Nawal­nys Spreche­rin Kira Jarmys­ch beton­te, dass ihre Kolle­gen bereits vor Tagen eine Beschwer­de wegen einer mögli­chen Vergif­tung bei den russi­schen Behör­den einge­reicht hätten. Es seien aber trotz Verstrei­chen einer Frist keine straf­recht­li­chen Ermitt­lun­gen einge­lei­tet worden, schrieb sie bei Twitter.

Nawal­nys engster Kreis geht davon aus, dass der 44-Jähri­ge vergif­tet wurde. Die russi­schen Ärzte sprachen dagegen von Stoff­wech­sel­pro­ble­men. Für eine Vergif­tung gebe es keine ausrei­chen­den Belege, hieß es. Sie hätten alles Notwen­di­ge getan, sagte der Chefarzt der Kl