FRIEDRICHSHAFEN — Das Klini­kum Fried­richs­ha­fen geht in die Offen­si­ve und macht sich stark gegen die geplan­te Verle­gung des Rettungs­hub­schrau­ber-Stand­orts „Chris­toph 45“ in Richtung Norden.

Seit Mitte dieser Woche läuft eine vom Klini­kum initi­ier­te openPe­ti­ti­on — also eine Unter­schrif­ten­samm­lung im Netz. Inner­halb der ersten 36 Stunden haben sich bereits mehr als 1800 Menschen der Forde­rung des Klini­kums „Chris­toph 45 bleibt hier!“ angeschlossen.

„Das ist ein ganz toller Start, aber wir brauchen noch viel mehr Unter­schrif­ten“, so Prof. Dr. Volker Wenzel, Chefarzt der Klinik für Anästhe­sio­lo­gie, Inten­siv­me­di­zin, Notfall­me­di­zin und Schmerz­the­ra­pie. Der Unter­schied zu einer herkömm­li­chen Unter­schrif­ten­samm­lung liegt aber nicht allein in der Geschwin­dig­keit. Inter­es­sant sind auch die Begrün­dun­gen, die jeder Unter­zeich­ner hinter­le­gen kann, aber nicht muss. Engagier­te Bürger, Betrof­fe­ne, Rettungs­kräf­te, Mitar­bei­ten­de aus Kranken­häu­sern – viele haben eine Meinung und äußern diese auch.

Prof. Wenzel macht sich seit Monaten stark für den Verbleib des Rettungs­hub­schrau­bers am Klini­kum und hat viele plausi­ble und beleg­ba­re Argumen­te gesam­melt, die das Fazit des Gutach­tens zur Flugret­tung in Baden-Württem­berg wider­le­gen. Das baden-württem­ber­gi­sche Innen­mi­nis­te­ri­um plant, die Empfeh­lun­gen des Gutach­tens vollum­fäng­lich umzuset­zen, „deshalb müssen wir dem Gutach­ten wider­spre­chen“, so Wenzel. Vor allem die im Gutach­ten enthal­te­nen Aussa­gen zum Wetter bezie­hungs­wei­se Nebel am Boden­see, die fehlen­de Betrach­tung über den Boden­see als Einsatz­ge­biet an sich, die Zusam­men­ar­beit in der Vierlän­der­re­gi­on, die lange Flugzeit zu maximal­ver­sor­gen­den Uni-Klini­ken aber auch die hohen Kosten von rund 7,5 Millio­nen Euro für eine Verle­gung um sieben bis 13 Kilome­ter gen Norden sind nicht nachvollziehbar.

Prof. Wenzel legte die stich­hal­ti­gen Argumen­te des Klini­kums vor dem Gemein­de­rat der Stadt Fried­richs­ha­fen dar und vor dem Kreis­tag des Boden­see­krei­ses. Beide Gremi­en stehen hinter den Forde­run­gen des Klini­kums und bilden gemein­sam mit diesem eine Allianz.

Jetzt sind die Einwoh­ner des Boden­see­krei­ses gefragt – Sie können der Forde­rung „Chris­toph 45 bleibt hier!“ mit ihrer Unter­schrift Nachdruck verlei­hen. Zu finden ist die Petiti­on unter openpetition.de/!christoph45bleibt.

QR-Code zur Petition: