20 Jahre nach seiner Kokain-Affäre ist Buchau­tor Chris­toph Daum ein gefrag­ter Mann — und ein Trainer auf Abruf. Im dpa-Inter­view erzählt der Routi­nier von seinen Erfah­run­gen in der Medizin, einem Fertig­haus auf einem Tiefla­der und Profis, für die er den Strom bezahlte.

Um 6.00 Uhr begin­ne stets der Aufbau, der sich bis kurz vor Sendungs­be­ginn zieht. Dann lässt sich Daum in einen der bekann­ten roten Sessel fallen und spricht im dpa-Inter­view über Priva­tes, seine Kokain-Affäre und die Typen­su­che im heuti­gen Fußball.

Wie sieht ein perfek­ter Tag im Leben von Chris­toph Daum aus?

Chris­toph Daum: Ein Traum­tag ist natür­lich — ich habe mehre­re solche erleben können — im Kreis der Familie. Dass alle vier Kinder und die Enkel­kin­der dabei sind, dass wir spielen und uns unter­hal­ten. Es kann natür­lich auch mal sein, dass du eine Golf-Runde spielst und dann auf einmal ein Hole-in-one machst. Ich bin dann irgend­wie auf einem Par‑3, 175 Meter. Der geht schön auf die Fahne zu, aber du kannst es nicht genau sehen. Dann suchen wir, dann suchen wir — und auf einmal ist der drin! Da war natür­lich der Jubel groß. Auf der anderen Seite: Es gibt so viele tolle und glück­li­che Momen­te, da könnte man 365 Tage, ein Jahr, mit füllen. Ich sage immer wieder: Ich gehe davon aus, dass die besten Tage noch kommen werden.

Sie waren zuletzt medial sehr präsent und sagten dabei immer wieder, ihre Karrie­re ist noch nicht beendet. Was treibt Sie noch an?

Daum: Meine Erfah­rung und mein Wissen. Ich stelle immer wieder fest: Menschens­kin­der, du könntest auch da noch an entschei­den­der Stelle als Sport­li­cher Leiter oder Trainer diese Erfah­rung gewinn­brin­gend mit zur Verfü­gung stellen. Es ist meine eigene Neugier und auch meine Bereit­schaft, Wissen und Erfah­rung zu teilen. Wissen kannst du dir natür­lich anler­nen, aber Erfah­rung musst du sammeln. Wenn das richti­ge Angebot kommt, sage ich, bong, die Wette gilt, ich steige nochmal ein. Anfra­gen gab es einige, die ich abgelehnt habe.

Was war die kurio­ses­te Begeg­nung, die Sie in ihrer Laufbahn erlebt haben?

Daum: Kurios war sicher­lich, als ich die Anfra­ge von den Maledi­ven bekam. Die haben natür­lich keine großen finan­zi­el­len Möglich­kei­ten, der kleine Verband. Dann offerier­ten die mir auf einmal eine Insel. Da habe ich gesagt: Hört mal zu, ihr zeigt mir die Insel vielleicht, wenn Ebbe ist, und bei Flut ist sie weg. Da haben sie herzhaft gelacht und gesagt, Sie können ja vorbei­schau­en. Ich fand es aber doch zu exotisch und habe abgesagt.

In der Ukrai­ne hatte ich den Fall: Wie sagst du einem Oligar­chen ab, der meint, er kann mit Geld alles machen? Er hat alles erfüllt. Als ich sagte, wir haben keine Unter­kunft, meinte er: Suche dir ein Fertig­haus aus, das wird in Deutsch­land zusam­men­ge­baut und auf dem Tiefla­der bringen wir es hierher. Dann hast du dein deutsches Haus sogar hier stehen, da bist du natür­lich völlig perplex. Auch in der Türkei gab es Situa­tio­nen, wo ich feststel­len m