Es weckt Erinne­run­gen an Science-Fiction-Filme: Das Corona­vi­rus verbrei­tet sich in hohem Tempo in vielen Regio­nen Europas. Erste Länder reagie­ren nun mit harten Kontakt­sper­ren. Reicht das aus?

In Tsche­chi­en müssen von Donners­tag­mor­gen an fast alle Geschäf­te schlie­ßen, wie Gesund­heits­mi­nis­ter Roman Prymu­la bekannt­gab. Ausge­nom­men sind etwa Lebens­mit­tel­ge­schäf­te und Apothe­ken. Zudem werden Ausgangs­be­schrän­kun­gen verhängt: Die Regie­rung ordne­te an, dass Leute ihre Kontak­te mit anderen Menschen auf die «absolut notwen­di­ge Zeit» begren­zen müssen. Im Land gilt bereits seit dem 5. Oktober der Notstand. Tsche­chi­en hat knapp 10,7 Millio­nen Einwoh­ner, von denen sich insge­samt fast 194.000 mit dem Corona­vi­rus angesteckt haben. Nach Angaben des Europäi­schen Zentrums für die Präven­ti­on und Kontrol­le von Krank­hei­ten (ECDC) hatte Tsche­chi­en am Mittwoch mit 975 Infek­tio­nen je 100.000 Einwoh­ner europa­weit die höchs­te Infek­ti­ons­ra­te binnen 14 Tagen.

Auch der slowa­ki­sche Regie­rungs­chef Igor Matovic schließt nach einem Rekord­zu­wachs von 2202 Corona-Neuin­fek­tio­nen binnen eines Tages einen Lockdown für sein Land nicht aus. Um einen ähnlich raschen Zuwachs der Fallzah­len wie im Nachbar­land Tsche­chi­en zu verhin­dern, helfe womög­lich nur mehr, «das ganze Land abzurie­geln». Eine Entschei­dung soll heute der natio­na­le Corona-Krisen­stab treffen. Die Zahl der Neuin­fek­tio­nen in den ECDC-Statis­ti­ken lag bei 322 pro 100.000 Einwoh­ner binnen 14 Tagen.

Irland verschärft erheb­lich seine Maßnah­men. Dort gilt seit dieser Nacht für sechs Wochen die höchs­te von fünf Maßnah­men-Stufen. Konkret bedeu­tet das: Wer kann, muss bis zum 1. Dezem­ber in Irland daheim arbei­ten. Geschäf­te, die keine lebens­not­wen­di­gen Waren verkau­fen, werden geschlos­sen. Treffen mit anderen Haushal­ten sind bis auf wenige Ausnah­men unter­sagt. Schulen bleiben geöff­net. Sport im Freien ist im Umkreis von fünf Kilome­tern erlaubt. In Irland wurden bislang etwa 52.000 Infek­tio­nen unter den etwa fünf Millio­nen Einwoh­nern regis­triert. In den ECDC-Statis­ti­ken liegt Irland im Mittel­feld (270), ist also längst nicht so schlimm betrof­fen wie Tschechien.

In Itali­en ist beson­ders die Region Lombar­dei betrof­fen. Wegen der stark steigen­den Infek­ti­ons­zah­len dort gelten ab Donners­tag­abend nächt­li­che Ausgangs­ver­bo­te für die rund zehn Millio­nen Bürger. Zu der nordita­lie­ni­schen Region gehören auch Mailand und Berga­mo. Die Menschen dürfen zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ihr Haus nur noch aus wichti­gem Grund wie Arbeit oder Krank­heit verlas­sen. Insge­samt haben sich in dem Mittel­meer­land bisher nachweis­lich fast 450.000 Menschen mit dem Corona­vi­rus infiziert. In den ECDC-Statis­ti­ken steht Itali­en (172) noch einiger­ma­ßen gut im europäi­schen Vergleich dar.

Spani­en (ECDC-Wert: 347) durch­brach unter­des­sen die Marke von einer Milli­on Corona-Infek­tio­nen. Seit dem Beginn der Pande­mie seien 1.005.295 Menschen in dem Land mit 47 Millio­nen Einwoh­nern positiv auf das Virus getes­tet worden, teilte das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um mit. In der Haupt­stadt Madrid endet — trotz noch hoher Corona-Zahlen — am Freitag die von der Zentral­re­gie­rung gegen den Willen der Regio­nal­re­gie­rung angeord­ne­te zweiwö­chi­ge Abrie­ge­lung. Die Stadt erwägt danach die Abschot­tung stark betrof­fe­ner Stadt­ge­bie­te sowie ei