BIBERACH – Die Corona-Pande­mie bringt es mit sich, dass Gruppen­bil­der regel­mä­ßig zu Suchbil­dern werden und man sich aufgrund der Verhül­lung von Mund und Nase mit Masken unwei­ger­lich fragen muss: Wer ist hier wer auf dem Bild? So gesche­hen auch bei der Preis­ver­lei­hung für die Teilneh­mer an der ersten „Stadtradeln“-Aktion in der Gigel­berg­hal­le. Die Einzel- und Teamsie­ger erhiel­ten Einkaufs­gut­schei­ne im Wert von jeweils 20 Euro.

Und noch etwas bringt Corona mit sich: Plötz­lich bekommt das oft überflüs­si­ge Wörtchen „eigent­lich“ Gewicht und Bedeu­tung, weil vieles nicht so ist, wie es sein sollte. „Eigent­lich hätten wir den Erfolg ja gebüh­rend feiern wollen“, sagte Baubür­ger­meis­ter Chris­ti­an Kuhlmann in seiner Begrü­ßung – eigent­lich. Corona aber ließ eine Feier nicht zu und deshalb waren zur Preis­ver­lei­hung nur rund 20 Perso­nen geladen: Vertre­ter der Sieger­teams und die Sponsoren.

Die Stadt Biber­ach betei­lig­te sich zum ersten Mal an der Aktion. Chris­ti­an Kuhlmann, dessen Baude­zer­nat die Aktion feder­füh­rend organi­siert hat, sagte, „Stadt­ra­deln“ sei die weltweit größte Fahrrad­kam­pa­gne, mit rund 1400 Teilneh­mer­kom­mu­nen in Deutsch­land und es sei schon im Vorjahr Wunsch des Oberbür­ger­meis­ters gewesen, sich an der Aktion zu betei­li­gen. Nun passend zur Neuauf­la­ge des Radver­kehrs­kon­zepts habe das Baude­zer­nat sich der Aufga­be angenom­men. Hinter­grund der Aktion sei der auch in Biber­ach vieldis­ku­tier­te Mobili­täts­wan­del, bei dem das Fahrrad eine entschei­den­de Rolle spielen werde. „Stadt­ra­deln“ mache also Werbung für das Fahrrad.

Insge­samt hätten sich in Biber­ach erfreu­li­cher­wei­se 936 Radfah­rer betei­ligt, die begin­nend mit dem 14. Septem­ber, drei Wochen lang ihre mit dem Rad zurück­ge­leg­ten Kilome­ter regis­triert haben. Und es wurde viel geradelt: Knapp 187 000 km legten die Biber­acher zurück. Zur guten Resonanz haben auch die Begleit­an­ge­bo­te beigetra­gen: ein gut besuch­ter Gottes­dienst auf dem Gigel­berg, die Fotoak­ti­on „Zeig mir deinen Lieblings­platz“, die Möglich­keit, mit Komoot Touren zu generie­ren und „Stadtradeln“-Star Heidi Drews, die erfolg­reich drei Wochen lang alle Wege ohne Auto, sondern nur mit dem Rad, zu Fuß oder mit öffent­li­chen Verkehrs­mit­teln zurück­ge­legt und hierüber in einem Block berich­tet hat. Ein Blumen­strauß als Danke­schön war ihr sicher.

Dass viele Teilneh­mer für ihre beson­ders große Radfahr­leis­tung als Beloh­nung Einkaufs­gut­schei­ne der Werbe­ge­mein­schaft und für die Biber­card erhal­ten konnten, ist den Sponso­ren zu verdan­ken. Klaus Hofheinz (für die Kirchen­ge­mein­de Dreifal­tig­keit) fuhr als Bester 1579 Kilome­ter, Frank Reichel (für die AOK) als Zweiter 1231 und Stefan Halder (für die Rißegg­rad­ler) als Dritter 1189 Kilome­ter. Alle drei beweg­ten sich nicht allein für sich, sie gehör­ten Teams an. Im Teamwett­be­werb legten die Boehrin­ger-Mitar­bei­ter am meisten Kilome­ter zurück (18 677) vor Handt­mann (12 668) und der TG Biber­ach (11 651). Bei der TG betei­lig­ten sich 101 Radler, bei Boehrin­ger 79 und bei Handt­mann 40. Die aktivs­ten Schulen waren das Wieland-Gymna­si­um (mit 8676 gefah­re­nen Kilome­tern) vor der Karl-Arnold-Schule und der Mali-Gemeinschaftsschule.

In einigen deutschen Kommu­nen ist das „Stadt­ra­deln“ noch nicht beendet. Daher sind die folgen­den Verglei­che mit den anderen Teilneh­mer­kom­mu­nen nur als Moment­auf­nah­me zu sehen. Deutsch­land­weit beleg­te Biber­ach bei der Kilome­ter­leis­tung (186 065) den 192. Platz von 1409 Kommu­nen; in Baden-Württem­berg Platz 41 von 350. Unter den mittel­gro­ßen Städten (bis 50000) schaff­te es die Stadt immer­hin auf Platz 9 von 152. Dass die Gruppe der Gemein­de­rä­te mit 18 Teilneh­mern auf Platz 5 bei den Städten vergleich­ba­rer Größe gelan­det sei, verdeut­li­che auch, wie gut das Thema Fahrrad­fah­ren in den Köpfen der politisch Verant­wort­li­chen veran­kert sei, so Kuhlmann. Durch die Aktion habe man umgerech­net 27 Tonnen CO2 einge­spart, sagte Chris­ti­an Kuhlmann, für den das erste Biber­acher „Stadt­ra­deln“ ein voller Erfolg war, der Mut mache für die kommen­den Jah