FRIEDRICHSHAFEN — Auch in der kommen­den Saison wird Nikola Pekovic das Libero-Trikot des VfB Fried­richs­ha­fen überstrei­fen. Der Abwehr­chef der serbi­schen Natio­nal­mann­schaft hat seinen Vertrag um weite­re zwei Jahre verlän­gert. Zusam­men mit dem genese­nen Kanadi­er Blair Bann wird Pekovic in der kommen­den Saison die Häfler Defen­si­ve organi­sie­ren. Bevor der 32-Jähri­ge aber mit seinem Club auf Titel­jagd geht, hat er ein weite­res Ziel: Eine Medail­le mit der serbi­schen Natio­nal­mann­schaft bei der Volley­ball Weltmeis­ter­schaft im Spätsommer.

Seine enorme Sprung­kraft beweist Nikola Pekovic vor allem zwischen den Ballwech­seln, wenn er sich freut. Wechsel­wei­se sprang „Peko“ fast nach jedem Punkt seine Mitspie­ler an und jubel­te sich die Seele aus dem Leib. Ganz anders der Nikola Pekovic, der konzen­triert auf die Angrif­fe seiner Gegner lauert. „Das Spiel lesen“ nennt das Cheftrai­ner Mark Lebedew. „Das passt sehr gut zu der Spiel­wei­se, die ich bevor­zu­ge“, so der Austra­li­er weiter. „Peko hat in der vergan­ge­nen Saison bewie­sen, dass er ein erstklas­si­ger Libero ist und dass er sehr gut in die Mannschaft passt.“ 

Dorthin soll der 32-Jähri­ge auch in der kommen­den Saison passen. Denn Pekovic verlän­ger­te ziemlich zügig seinen Vertrag beim deutschen Bundes­li­ga-Rekord­meis­ter. „Ich wurde hier sehr gut aufge­nom­men und die Voraus­set­zun­gen in Fried­richs­ha­fen sind perfekt“, sagt er. Pekovic habe gar nicht überle­gen müssen, als der VfB Fried­richs­ha­fen ihm einen Anschluss­ver­trag über zwei weite­re Jahre anbot. Für ihn ist es „ein tolles Gefühl, endlich auch zuhau­se spielen zu können“, auch wenn er die Atmosphä­re in der ratio­pharm arena sehr genos­sen hat. „Für uns und für die Fans bedeu­tet die Halle in Fried­richs­ha­fen eine Menge.“ 

Für Pekovic wird es die erste komplet­te Saison mit den Häflern sein. Denn der Serbe wechsel­te erst im Januar aus seinem Heimat­land an den Boden­see. Er sprang für Blair Bann ein, der die restli­che Saison nach einer Hüft-OP ausfiel. Unver­ges­sen ist Pekovics Motiva­ti­ons­re­de in einer Auszeit im Pokal gegen die BR Volleys, als die Häfler die Berli­ner spekta­ku­lär aus dem Wettbe­werb warfen. „Es war eine unfass­ba­re Saison mit dem Pokal­sieg und diesem Meister­schafts­fi­na­le, auch wenn es wirklich schade ist, dass wir uns nur einen Titel holen konnten“, sagt er und grinst. „Aber das ist eben Sport und wir haben noch Möglich­kei­ten uns zu verbessern.“ 

Mit Pekovic und Blair Bann verfügt der VfB Fried­richs­ha­fen wohl über das spekta­ku­lärs­te Libero-Duo der Liga. Eine klare Nummer eins will Lebedew nicht benen­nen. “Ich bin sehr stolz, dass wir zwei solche Liberos in unseren Reihen haben.“, sagt er. „Wir treten in drei Wettbe­wer­ben an und werden über 40 Spiele bestrei­ten. Wir brauchen für dieses Vorha­ben zwei Spieler dieses Formats.” 

Während Bann sich nach seiner OP eine Auszeit von der Natio­nal­mann­schaft gönnt, tritt Pekovic im Moment mit Serbi­en in der Volley­ball Nations League an. Im Spätsom­mer folgt die Weltmeis­ter­schaft, die er unbedingt in Angriff nehmen will. „Das ist mein großer Wunsch“, wie er sagt. Sein Trainer ist da sehr zuver­sicht­lich, trotz der großen Konkur­renz im Lager der Serben. „Ich gehe davon aus, dass die Serben mit ihrem besten Libero antre­ten werden. Und das ist für mich Nikola Pekovic.“