WEINGARTEN — Das Didak­tik­zen­trum der Hochschu­le Ravens­burg-Weingar­ten (RWU) wurde eröff­net. In ihm geht es um Lehr- und Lernme­tho­den für die Hochschu­le, um Medien­di­dak­tik und das Studi­um nach der Pandemie. 

Die Hochschul­di­dak­tik hat eine neue Heimat auf dem Campus der Hochschu­le Ravens­burg-Weingar­ten (RWU): „Endlich gibt es ein eigenes Didak­tik­zen­trum an der RWU“, freute sich Heide Reich­le, die Prorek­to­rin für Didak­tik, Digita­li­sie­rung und Hochschul­kom­mu­ni­ka­ti­on, auf der Eröff­nungs­fei­er. „Hier wird es ganz darum gehen, die Lehre an unserer Hochschu­le weiter zu profes­sio­na­li­sie­ren und die Effizi­enz des Studi­ums zu steigern.“ Der Studi­en­erfolg an der RWU solle so weiter verbes­sert werden.

Ein offener Raum für den Austausch

„Das Didak­tik­zen­trums ist als offener Raum konzi­piert“, sagt Jochen Weißen­rie­der, Referent für Hochschul­di­dak­tik und mitver­ant­wort­lich für die Entste­hung des Zentrums. „Alle sind hier jeder­zeit willkom­men, egal, ob es um das gemein­sa­me Lernen oder einfach nur den Austausch geht.“ Dafür seien Teile des K‑Gebäudes entkernt und ein rund 120 qm großer Raum geschaf­fen worden. Das so neu entstan­de­nen Learning­Lab, biete den Platz für flexi­ble und kreati­ve Lern- und Lehrideen und moderns­te Technik, so Weißenrieder. 

Diese Technik wird zum Beispiel im Immer­si­ve Learning­Lab einge­setzt. In ihm werden virtu­el­le und erwei­ter­te Reali­tä­ten genutzt, um Studie­ren­de Lern- und Übungs­si­tua­tio­nen realis­tisch erleben zu lassen. „Lernsi­tua­tio­nen, die in der Reali­tät nur schwer zu repro­du­zie­ren sind, können damit überzeu­gend simuliert und effizi­ent einge­übt werden“, erklärt Markus Rossa, Mitar­bei­ter der Hochschul­di­dak­tik und Verant­wort­li­cher für das immer­si­ve Lernen. Im Studi­en­gang Sozia­le Arbeit könnten damit etwa Beratungs­si­tua­tio­nen erlebt und reflek­tiert werden, während in der Fahrzeug­tech­nik komple­xe Antriebs­strän­ge visua­li­sier­bar und virtu­ell manipu­lier­bar seien. „Wege, wie die VR- oder AR-Metho­den in die Lehre einzu­bin­den sind, können die Lehren­den gemein­sam mit uns auspro­bie­ren und entwi­ckeln“, so Rossa. 

Auch ein Filmstu­dio gehört zur Ausstat­tung des Didak­tik­zen­trums. Hier werden in Zusam­men­ar­beit mit Medien­di­dak­ti­ke­rin­nen und ‑didak­ti­kern Lehr- und Erklär­vi­de­os mit profes­sio­nel­lem Equip­ment gedreht. 

RWU alive – Nach der Pande­mie wieder Leben auf den Campus bringen

Nach den pande­mie­be­ding­ten Online-Semes­tern gilt es die Gemein­schaft auf dem Campus und in der Hochschu­le wieder zu etablie­ren. Das ist Teil des Projekts RWU alive, das ebenfalls seine Heimat im Didak­tik­zen­trum gefun­den hat. „Wir wollen, dass Studie­ren­de und Lehren­de wieder zusam­men­kom­men“, erklärt der Projekt­lei­ter Martin Preußen­tanz. „Im Lernca­fé sind zu bestimm­ten Zeiten Ansprech­part­ner, die beim Lernen unter­stüt­zen aber auch niedrig­schwel­lig beraten können, wenn es mal nicht so läuft, wie es sollte.“ Die Mittel stammen aus dem Projekt zur Reduk­ti­on pande­mie­be­ding­ter Lernrück­stän­de des Minis­te­ri­ums für Wissen­schaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Tun, Anwen­den und Selbermachen

2018 hat die Planung für das Didak­tik­zen­trum begon­nen. Man habe konstant Gesprä­che mit Studie­ren­den und Lehren­den geführt, um Möglich­kei­ten und Bedar­fe zu ermit­teln, sagte Weißen­rie­der. Mit der abgeschlos­se­nen Sanie­rung des A‑Gebäudes auf dem Campus der RWU seien dann an anderer Stelle auch passen­de Räume frei geworden.

„In einem Labor, wie es das Learning­Lab ist, geht es um das Arbei­ten und um die Aktivi­tät der Studie­ren­den“, Weißen­rie­der. Solche Räume seien nicht auf die Passi­vi­tät der Lernen­den ausge­rich­tet, sondern förder­ten mit ihrer Offen­heit das Tun, das Anwen­den und das Selbermachen.