FRIEDRICHSHAFEN — Beim Zukunfts­camp für die Kultur- und Veran­stal­tungs­bran­che in Fried­richs­ha­fen disku­tier­ten am Donners­tag, 18. Novem­ber über 30 Exper­tin­nen und Exper­ten aus der Region die Auswir­kun­gen der Corona-Krise auf das kultu­rel­le Leben in Friedrichshafen.
Als Veran­stal­tungs­ort war das Jugend- und Kultur­zen­trum MOLKE mit Bedacht gewählt worden: Wie viele Angebo­te in der Stadt ist es als Kultur­zen­trum nicht so im Bewusst­sein der Häfler Bevöl­ke­rung und zum anderen steht es für Jugend­kul­tur und ‑betei­li­gung in der Stadt. 

Diese war auch eines der drei Themen der Online-Diskus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen des Kultur­bü­ros im Sommer und Herbst. Sarah Baltes, Leite­rin des Kultur­bü­ros, disku­tier­te zusam­men mit dem Journa­lis­ten Jens Poggenpohl und Claus-Micha­el Haydt, dem Geschäfts­füh­rer des Kultur­hau­ses Caser­ne, die Ergeb­nis­se der Gesprächs­run­den zu Jugend­kul­tur, Häfler Identi­tät und nachhal­ti­gen Kultur­ver­an­stal­tun­gen. Deutlich wurde, dass die Jugend beson­ders unter den Corona-Einschrän­kun­gen und den dadurch fehlen­den Kultur­ange­bo­ten leidet: Gelegen­hei­ten zum Experi­men­tie­ren, Entde­cken und Zusam­men­kom­men fehlten und fehlen immer noch. Eine heraus­ra­gen­de Bedeu­tung für die kultu­rel­le Identi­tät der Stadt haben die Verei­ne, deren Arbeit auch massiv durch Corona betrof­fen ist, und eine Kultur der Ermöglichung.

Trotz­dem wurde auch optimis­tisch in die Zukunft der Kultur- und Veran­stal­tungs­bran­che geblickt. Während der letzten Monate sind die Kultur­schaf­fen­den in Fried­richs­ha­fen spürbar zusam­men­ge­rückt und haben die Vernet­zung, Zusam­men­ar­beit und den Austausch vertieft. Ein neues gemein­sa­mes Veran­stal­tungs­for­mat ist für 2022 geplant. 

Die Corona­kri­se beschleu­nigt zwar viele Proble­me, sie wirkte aber auch wie ein Kreati­vi­täts-Booster. Viele neue Koope­ra­tio­nen und Veran­stal­tungs­for­ma­te sind entstan­den. Sicht­bar ist das auch in der Stadt­ver­wal­tung selber: Das Zukunfts­camp ist eines der Ergeb­nis­se der vertief­ten Zusam­men­ar­beit von Graf-Zeppe­lin-Haus, Kultur­bü­ro, Stadt­mar­ke­ting und Tourist-Information.

Vorge­stellt wurde auch eine neue Portal­sei­te auf der Websei­te der Stadt Fried­richs­ha­fen. Unter www.friedrichshafen.de/veranstalter sollen in Zukunft alle, die eine Veran­stal­tung wie zum Beispiel ein Vereins­ju­bi­lä­um, eine Firmen­ver­an­stal­tung, ein beson­de­res Famili­en­fest oder Konzert planen und profes­sio­nel­le Hilfe benöti­gen, fündig werden. Denn auf der Seite werden die Firmen und Dienst­leis­ter der Branche aus Fried­richs­ha­fen und Umgebung vorge­stellt. Firmen, die sich kosten­los in das Verzeich­nis eintra­gen lassen wollen, könne ihre Daten über ein Online­for­mu­lar erfassen.

In einer abschlie­ßen­den „Fishbowl“-Gesprächsrunde schil­der­ten Vertre­ter aus Veran­stal­tungs- und Kultur­bran­che, wie sie in den letzten Monaten mit der Krise umgegan­gen sind und welche Befürch­tun­gen und Hoffnun­gen sie angesichts der aktuel­len Lage haben.