OCHSENHAUSEN — Ab Freitag spielt die Welteli­te im Nanhai Olympic Sport Centre in Weihai, einer 700.000-Einwohner-Stadt im Nordos­ten der Provinz Shandong, beim ersten Bubble-Event der Herren in China — in den letzten Tagen hatten dort bereits die Damen ihre Weltcup-Siege­rin gekrönt.

Drei Ochsen­hau­ser Asse – Hugo Caldera­no, Simon Gauzy und Kanak Jha – weilen derzeit im Reich der Mitte, um an verschie­de­nen Events der „Bubble“ teilzu­neh­men. Kein anderer Bundes­li­gist verfügt über so viele „Bubble“-Starter. Das TTF-Trio ist bereits am 26.10. nach China geflogen.

Dort mussten die Spieler, den Regula­ri­en entspre­chend, zunächst acht Tage in stren­ge Quaran­tä­ne und waren somit gezwun­gen, ohne Training oder persön­li­che Kontak­te in ihren Hotel­zim­mern zu bleiben. Danach durften sie unter sehr strik­ten Hygie­ne­be­din­gun­gen in kleinen Gruppen trainie­ren. Nun sind nach insge­samt 14 Tagen in China die Quaran­tä­ne­maß­nah­men komplett durch­lau­fen, sodass ein vernünf­ti­ger Trainings­be­trieb und auch zwischen­mensch­li­che Kontak­te möglich sind. Es kehrt zumin­dest ein Hauch von Norma­li­tät ein und erinnert wieder mehr an die üblichen Vorbe­rei­tun­gen auf große Turnie­re, wobei natür­lich die stren­gen Hygie­ne­vor­schrif­ten allge­gen­wär­tig sind. Inzwi­schen sind die Spieler in das offizi­el­le Turnier­ho­tel in Weihai umgezo­gen, wo inzwi­schen auch die Auslo­sung für die erste der beiden Turnier­stu­fen erfolgt ist.

Mit Hugo Caldera­no und Kanak Jha starten zwei der TTF-Akteu­re beim World Cup. Simon Gauzy ist nicht dabei, spielt dann aber bei den Grand Finals der World Tour vom 19. bis 22. Novem­ber in Zheng­zhou. Nach gesun­dem Menschen­ver­stand hätte der Weltrang­lis­ten-19. natür­lich noch länger in Ochsen­hau­sen bleiben können, doch die Regeln der „Bubble“ erfor­dern, dass alle Spieler, die an einem der Events teilneh­men, von Anfang an vor Ort sind, um eben jene Bubble/Blase zu erschaf­fen. Man wird sehen, wie das Trio aus Oberschwa­ben die Zeit mit keinem und später einge­schränk­tem Training wegste­cken kann, denn bei Topevents wie dem World Cup oder den Grand Finals gilt es, von Anfang an optimal vorbe­rei­tet und topfit am Tisch zu stehen – aller­dings müssen ja sämtli­che Turnier­teil­neh­mer mit diesen Voraus­set­zun­gen zurechtkommen.

Kanak Jha wird nach dem World Cup nach Ochsen­hau­sen zurück­keh­ren, während Caldera­no und Gauzy beide noch die Grand Finals und der Brasi­lia­ner dann auch noch das die „Bubble“ abschlie­ßen­de, mit einer Preis­geld­sum­me von 800.000 US-Dollar beson­ders hoch dotier­te WTT-Einla­dungs­tur­nier im Macau (25.–29. Novem­ber) spielen wird.

„Ochsen­hau­sen-Gruppe“ beim World Cup mit Jha, Pitch­ford und Chuang

Beim Men’s World Cup duellie­ren sich 21 Weltklas­se­spie­ler um den Titel des Weltcup-Siegers und ein Gesamt­preis­geld von 250.000 Dollar.

Das Turnier ist – nach dem Damen-World Cup, den sich die Weltrang­lis­ten­ers­te Chen Meng (China) sicher­te – das zweite von vier Veran­stal­tun­gen im Rahmen des Restart-Events des Weltver­ban­des ITTF mit insge­samt vier Turnie­ren im Novem­ber. Zuvor hatte es seit dem Ausbruch von Corona keine inter­na­tio­na­len Topver­an­stal­tun­gen mehr gegeben.

Die Gruppen­aus­lo­sung am Donners­tag­vor­mit­tag hat ergeben, dass sich der 20-jähri­ge US-Ameri­ka­ner Kanal Jha in Gruppe 2 mit dem Englän­der Liam Pitch­ford (Weltrang­lis­te Platz 15) und Taiwans Tisch­ten­nis-Dauer­bren­ner Chuang Chih-Yuan (WRL 30) ausein­an­der­zu­set­zen hat. Pitch­ford hat zwischen 2011 und 2016 für die TTF in der Bundes­li­ga aufge­schla­gen und der inzwi­schen 39 Jahre alte Chuang hat – viele werden sich gut erinnern – zwischen 2000 und 2012 mit zwei kurzen Unter­bre­chun­gen für Ochsen­hau­sen gespielt. Eine kurios „zusam­men­ge­wür­fel­te“ TTF- bezie­hungs­wei­se Ex-TTF-Gruppe beim World Cup! Sport­lich scheint alles möglich zwischen Platz eins und drei – Progno­sen verbie­ten sich bei der Ausge­gli­chen­heit der Akteu­re. Kanak Jh