LINDAU — Die  EV Lindau Islan­ders haben auch auf der zweiten Kontin­gent­stel­le einen Schwe­den verpflich­tet. Von den Fassa Falcons (ITA) aus der Alps-Hockey-League, wird der schwe­di­sche Angrei­fer Linus Lundström zu den Insel­städ­tern wechseln. Zeitnah werden die EV Lindau Islan­ders noch einen Förder­li­zenz­spie­ler vom Koope­ra­ti­ons­part­ner Ravens­burg Towerstars präsen­tie­ren, ansons­ten ist Kader­pla­nung der Lindau­er zum jetzi­gen Zeitpunkt vorerst abgeschlos­sen.

Die vergan­ge­nen Tage und Wochen war es ein wenig ruhig um die EV Lindau Islan­ders gewor­den, was aber nicht heißen soll, dass die Verant­wort­li­chen untätig waren. Nach der Verschie­bung des Saison­starts der Oberli­gen Nord und Süd auf den 6. Novem­ber müssen viele Dinge organi­siert und angepasst werden. Nun aber konnte auch die zweite Import­stel­le besetzt werden. Die Entschei­dung fiel auf einen weite­ren Schwe­den, den 29-jähri­gen Stürmer Linus Lundström. Wichtig war den Insel­städ­tern, in diesem alles andere als norma­len Jahr eine europäi­sche Lösung zu finden. „Ich solchen Zeiten ist es nicht einfach, Profi­spie­ler zu verpflich­ten. Bei unseren Schwe­den haben wir bewusst auf die europäi­sche Achse gesetzt, um hier auch entspre­chend verbind­lich die Verein­ba­run­gen einhal­ten zu können. Sowohl Linus als auch Freddy haben bei den Verhand­lun­gen immer signa­li­siert, dass wenn sie nach Lindau kommen, dann auch keine Ausstiegs­klau­sel für höhere Ligen wollen. Das hat uns, im Gegen­satz zu vielen angebo­te­nen Topspie­lern aus Nordame­ri­ka, sehr gefal­len“, so Bernd Wucher, Erster Vorsit­zen­der der EV Lindau Islan­ders.

Der Markt an Kontin­gent­spie­ler ist in diesem Jahr mit vielen Spielern, die sehr gute Statis­ti­ken aufwei­sen, zwar extrem gut besetzt. Doch sollen sich die Spieler auch mit Lindau identi­fi­zie­ren können, am Boden­see spielen wollen und diese  „Corona-Saison“ nicht nur zur Überbrü­ckung nutzen. Trainer Gerhard Pusch­nik beschreibt es so: „Sascha und ich haben uns viele Spieler angeschaut. Aber bei Linus sind wir der Meinung, dass er der Spieler ist, der uns am meisten helfen kann. Ich freue mich sehr, dass diese Verpflich­tung geklappt hat und Linus nun bei uns in Lindau spielt.“ Die Islan­ders hatten Lundström schon länger auf dem Schirm. Der dann letzt­end­lich inten­si­ve Kontakt kam über Fredrik Widén zustan­de, da sich beide schon länger kennen. „Linus hat sich von Beginn an zum EV Lindau bekannt und wollte zu uns an den Boden­see wechseln. In Schwe­den wurde er in der Jugend  hervor­ra­gend ausge­bil­det. Linus ist ein absolu­ter Teamplay­er, der hart auf beiden Seiten des Eises arbei­tet und diese Arbeit dem Teamer­folg unter­ord­net“, sagt Sascha Paul, Sport­li­cher Leiter der Islan­ders, zur Verpflich­tung des zweiten Schwe­den.

Seine Eisho­ckey­kar­rie­re starte­te Linus Lundström in seiner Geburts­stadt Skellef­teå in Mittel­schwe­den. Diese gilt in Schwe­den als Kader­schmie­de für die absolu­ten Topspie­ler. Mit einigen aktuel­len NHL-Stars spiel­te Lundström in dieser Jugend­zeit zusam­men, bevor sie den Sprung über den Atlan­tik schaff­ten. Dazu zählt Adam Larsson, der heute bei den Edmon­ton Oilers spielt und Teamkol­le­ge des deutschen NHL-MVP Leon Draisaitl ist. Auch Oscar Lindberg (Dynamo Moskau/KHL), sowie Melker Karls­son (San Jose Sharks/NHL) und Pär Lindholm (Boston Bruins/NHL) waren Teamkol­le­gen von Linus Lundström. Mit einigen dieser Spieler hielt sich der Schwe­de in diesem Sommer in einer Art priva­tem Sommer­camp fit, bevor diese zum Teil wieder in die USA zu den Playoffs zurück­kehr­ten.

Bis 2012 spiel­te Lundström in seiner schwe­di­schen Heimat, bevor er zu seiner ersten Auslands­sta­ti­on aufbrach, zum EHC Bregen­zer­wald wechsel­te und dort in vier Spiel­zei­ten 149 Spiele absol­vier­te und dabei 205 Scorer­punk­te erzie­len konnte. Im Anschluss wechsel­te der Schwe­de nach Südti­rol zum HC Neumarkt in die Alps-Hockey-Leauge, bevor er danach zwei Spiel­zei­ten für den HC Gröden und die vergan­ge­ne Saison für die Fassa Falcons aufs Eis ging. Während der gesam­ten Zeit in der in der Alps-Hockey-League überzeug­te Linus Lundström bei allen seinen Verei­nen und konnte in insge­samt 129 Ligaspie­len 147 Scorer­punk­te erzie­len. „In der Vergan­gen­heit hat er in jedem Team bewie­sen, dass er ein Topscorer ist. Linus wird dem Charak­ter unserer Mannschaft sehr guttun und sich schnell einfin­den“, sagt Sascha Paul ergän­zend.

Lundström selbst freut sich sehr auf seinen Wechsel nach Lindau, „Ich freue mich wirklich sehr darauf, nach Lindau zu kommen. Freddy hat mir nur Gutes über den Verein und sein Umfeld erzählt.  Als sich dann die Gelegen­heit ergab, nach Lindau zu kommen, war es eine leich­te Entschei­dung für mich. Ich möchte der Mannschaft helfen eine erfolg­rei­che Saison zu spielen und hoffent­lich können wir dies vor unseren Fans tun. Ich weiß, dass es gerade beson­de­re Zeiten sind und hoffe, dass alle gesund bleiben.“ Der Schwe­de wird bei den Islan­ders mit der Nummer 37 auflau­fen. Die Kader­pla­nung der EV Lindau Islan­ders ist mit der Beset­zung der zweiten Import­stel­le und einem weite­ren Förder­li­zenz­spie­ler der Ravens­burg Towerstars, der zeitnah noch vorge­stellt wird, zum jetzi­gen Zeitpunkt vorerst abgeschlos­sen. „Der Wunsch des Trainers und des Sport­li­chen Leiters war es, einen spiel­star­ken und erfah­re­nen Stürmer für die junge Mannschaft zu holen. Ich denke, Linus kann die Rolle mit seiner Erfah­rung und seinem Alter super ausüben. Dazu hat er in der Vergan­gen­heit und über Jahre hinweg gezeigt, dass er als Topscorer in der Alps-Hockey-League in seinen Verei­nen Verant­wor­tung übernahm.“, so Wucher abschlie­ßend.


Kader­sta­tus 2020|2021 zum 28.09.2020:

Tor: Lucas Di Berar­do, Dominik Hattler, Nikita Quapp (FöLi)

Vertei­di­gung: Fabian Birner (Neu: Eisbä­ren Regens­burg), David Farny, Rapha­el Grünholz, Dominik Ochmann, Tim Sezems­ky (FöLi), Fredrik Widén (Neu: Chamo­nix Hockey Club), Marvin Wucher

Sturm: Alexan­der Dosch (FöLi), Andre­as Farny, Sebas­ti­an Hon (FöLi), Simon Kling­ler, Linus Lundström (Neu: Fassa Falcons), Flori­an Lüsch, Matteo Miller, Stefan Rodri­gues, Damian Schnei­der (Neu: Exa IceFigh­ters Leipzig), Daniel Schwam­ber­ger (Neu: Lausit­zer Füchse),  Julian Tisch­endorf, Micha­el Wirz