LINDAU — Nach zweiein­halb Jahren Bauzeit ist die Deutsche Bahn mit den Arbei­ten zur Elektri­fi­zie­rung der Strecke München-Lindau (ABS 48) nun weitge­hend am Ziel angekom­men. Im Sommer fanden die letzten Tätig­kei­ten an Gleisen und Oberlei­tungs­an­la­gen statt. Alle größe­ren Bauwer­ke, wie Brücken und Stell­wer­ke konnten bereits früher vollendet werden. Seit Ende August stehen auch alle Strecken­ab­schnit­te unter Strom.

Projekt­lei­ter Matthi­as Neumai­er: „Nun folgt die Phase der Inbetrieb­set­zung. Dabei testen wir alle Anlagen milli­me­ter­ge­nau. Die drei Monate bis zum Beginn des elektri­schen Zugver­kehrs sind genau durch­ge­plant.“ Ende Septem­ber führt die DB Tests an der Bahsntrom­ver­sor­gung durch. Dabei kommt erstmals ein elektri­scher Zug auf die Strecke. Ab Anfang Oktober folgen Messfahr­ten für den Neige­tech­nik­be­trieb und für die Oberlei­tung. Die Fahrten werden mit dem zukünf­tig einge­setz­ten Schwei­zer EuroCi­ty-Zug ETR 610 durch­ge­führt. Da die Messfahr­ten mit bis zu 176 km/h auch im Hochge­schwin­dig­keits­be­reich statt­fin­den werden, ist es notwen­dig, die Bahnüber­gän­ge im jewei­li­gen Messab­schnitt zeitwei­se zusätz­lich mit Bahnüber­gangs­pos­ten zu sichern. Die Schran­ken können dann zwischen 10 und bis zu 25 Minuten geschlos­sen sein. Die einzel­nen Strecken­ab­schnit­te werden mit 5 bis 6 Versuchs­fahr­ten befah­ren. Die Bahn bittet die Straßen­ver­kehrs­teil­neh­mer um Verständ­nis.

Für die im Neige­tech­nik­be­trieb gefah­re­nen höheren Geschwin­dig­kei­ten wird noch ein zusätz­li­ches Siche­rungs­sys­tem zur Geschwin­dig­keits­über­wa­chung instal­liert und bis Mitte Novem­ber in Betrieb gesetzt. Anschlie­ßend können dann  Fahrten zur Lokfüh­rer­schu­lung statt­fin­den.

In das Projekt Elektri­fi­zie­rung Allgäu, das die 155 Kilome­ter lange Verbin­dung von Gelten­dorf bei München bis Lindau umfasst, sind 500 Millio­nen Euro inves­tiert worden. Für den Lärmschutz entlang der Strecke wurden dabei rund 100 Millio­nen aufge­wen­det. Mit einem spezi­el­len Schall­mess­wa­gen werden Anfang Oktober auch diese Emissio­nen gemes­sen. In den kommen­den Wochen finden noch kleine­re Schall­schutz-Restar­bei­ten statt. So werden z. B. in Wester­heim die Wandele­men­te in die bereits vorbe­rei­te­te Schall­schutz-konstruk­ti­on einge­setzt und in Buxheim noch eine kleine Lücke geschlos­sen. Ansons­ten finden Bauar­bei­ten und Schall­schutz­ar­bei­ten im Zuge der ABS 48 nur noch im Stadt­ge­biet von Lindau statt.