KARLSRUHE (dpa) — Der Energie­kon­zern EnBW hat für die Bezah­lung russi­scher Gasim­por­te nach eigenen Angaben ein sankti­ons­kon­for­mes Verfah­ren entwi­ckelt. Es gebe mittler­wei­le ein Proze­de­re, um die Zahlun­gen abzuwi­ckeln: «Der Mecha­nis­mus steht», sagte EnBW-Chef Frank Masti­aux der «Süddeut­schen Zeitung» (Mittwoch). «Wir haben einen Test gemacht mit positi­vem Ergeb­nis.» Ob das dann auf Dauer auch laufe, «werden wir sehen». Zum dritt­größ­ten deutschen Energie­kon­zern gehört auch der Leipzi­ger Gas-Impor­teur VNG. Er unter­hält zwei Liefer­ver­trä­ge für russi­sches Gas.

«Das Geschäft ist natür­lich deutlich kompli­zier­ter gewor­den, weil wir Zahlun­gen nun über ein Konstrukt von Konten abwickeln müssen, seit Russland eine Bezah­lung in Rubel verlangt», sagte Masti­aux. Man zahle sankti­ons­kon­form weiter in Euro. Zugleich warnte er vor Engpäs­sen im Falle eines Liefer­stopps. Zwar lasse sich einiges durch Liefe­run­gen aus Norwe­gen und den Nieder­lan­den abfedern, und auch die Gasspei­cher könnten als Puffer dienen: «Aber wir sollten uns in Deutsch­land vorsorg­lich auf eine mögli­che Gasman­gel­la­ge einstellen.»

Von länge­ren Laufzei­ten für den Reaktor Neckar­west­heim II, um so Engpäs­sen vorzu­beu­gen, hält Masti­aux wenig. Der Konzern habe sich seit zehn Jahren auf die Abschal­tung im Jahr 2022 vorbe­rei­tet. Auch die Beschaf­fung von Brenn­stof­fen habe man auf dieses Datum hin optimiert. «Neue Brenn­stä­be zu besor­gen, würde circa andert­halb Jahre dauern», sagte er. Auch stünden dann sicher­heits­tech­ni­sche Überprü­fun­gen an, die sich nicht umgehen ließen. Statt­des­sen sollten die erneu­er­ba­ren Energien mit höherem Tempo ausge­baut werden.