BAD SAULGAU — Anfang März hat der Landkreis damit begon­nen, das Berufs­schul­zen­trum in Bad Saulgau energe­tisch zu sanie­ren. Der Kreis nimmt hierfür 16 Millio­nen Euro in die Hand, 7,5 Millio­nen schie­ßen Bund und Land zu.

Der Gebäu­de­kom­plex mit 850 Schülern soll bis Novem­ber 2021 zum Energie­spar­bau werden, wie Landrä­tin Stefa­nie Bürkle anläss­lich der Fertig­stel­lung der Mensa bei einer kleinen Eröff­nung mit Vertre­tern der Schulen, der betei­lig­ten Planer und Mitar­bei­tern des Kreises sagte. Nachdem ein offizi­el­ler Spaten­stich für die Baumaß­nah­me Corona bedingt entfal­len musste, kann nun mit der Fertig­stel­lung der Mensa ein erster Bauab­schnitt der umfang­rei­chen Arbei­ten, die bis Ende 2021 andau­ern werden, abgeschlos­sen und im Rahmen einer kleinen Feier von den Planern an den Landkreis als Bauherrn überge­ben werden.

Millio­nen für Klima­schutz und Digita­li­sie­rung

Eine PV-Anlage, die Dämmung des Daches und der Austausch der Fenster sorgen für eine gute Klima­bi­lanz, die Verlän­ge­rung des Aufzugs bis in den ersten Stock stellt die Barrie­re­frei­heit sicher und eine neue, dezen­tra­le Zu- und Abluft­an­la­ge sorgt für eine gute und energie­spa­ren­de Belüf­tung: „Ein Punkt, der durch das Corona­vi­rus beson­ders wichtig wurde“, wie Finanz­de­zer­nent Franz-Josef Schnell beton­te. „Etwas, was durch Corona ebenfalls noch mehr in den Fokus gerückt ist, ist die Digita­li­sie­rung in Schulen“, so Schnell. Im Zuge der energe­ti­schen Sanie­rung wird auch die IT-Infra­struk­tur auf den neusten Stand gebracht.

„Hier geht es jetzt mit Volldampf voran. Der Kreis inves­tiert in allen seinen Schulen 2,4 Millio­nen Euro in Server und sonsti­ge Infra­struk­tur, Präsen­ta­ti­ons­tech­nik und mobile Endge­rä­te“, berich­te­te Schnell.

Neue Mensa bietet Frisch­kü­che und 110 Plätze

Unter dem Dach der bishe­ri­gen Mensa, die ursprüng­lich als Fahrrad­un­ter­stand gebaut und erst später in eine kleine Mensa umgenutzt wurde, sind durch den Umbau helle und einla­den­de Räumlich­kei­ten entstan­den. Schüler und Lehrer können sich zukünf­tig an der Ausga­be­the­ke mit frisch zuberei­te­ten Speisen versor­gen, die von der Pächter­fa­mi­lie Lang in der Produk­ti­ons­kü­che frisch zuberei­tet werden. In den zugehö­ri­gen Kühl- und Lager­räu­men können die dafür notwen­di­gen Zutaten vorge­hal­ten werden. In der hellen und neu möblier­ten Mensa können bis zu 110 Perso­nen Platz nehmen.

Vorha­ben liegt aktuell im Kosten­rah­men und Termin­plan

Rund 16 Millio­nen Euro waren einge­plant, Stand heute liegt der Kreis rund 200.000,- € unter der Kosten­be­rech­nung.

Die Auswir­kun­gen der Corona-Pande­mie halten sich bisher in Grenzen. Teilwei­se haben die betei­lig­ten Firmen Ihren Perso­nal­ein­satz während der Corona­wel­le im April und Mai leicht reduziert. Weite­re Verzö­ge­run­gen im Zeitplan werden aber aktuell nicht erwar­tet. „Hieran kann sich in den nächs­ten Wochen aber natür­lich wieder einiges ändern“, gibt Helmut Göppel-Wentz als zustän­di­ger Fachbe­reichs­lei­ter Liegen­schaf­ten zu beden­ken.

Wenige Einschrän­kun­gen für Schüler

Bis auf den Bereich der Werkstatt Raumaus­stat­ter sind alle Berei­che der Willi-Burth-Schule von den Arbei­ten tangiert. Da die umfang­rei­chen Bauar­bei­ten nicht ausschließ­lich in die Ferien gelegt werden können wird es zwar keine Einschrän­kun­gen aber doch Beein­träch­ti­gun­gen in der Baupha­se geben.

Zumin­dest bei der Erneue­rung der Fassa­de mit Rückbau der bestehen­den Konstruk­ti­on ist eine Nutzung der jeweils betrof­fe­nen Schul­räu­me nicht möglich. Die Erneue­rung erfolgt in Abschnit­ten und arbei­tet sich in Abschnitten/ Segmen­ten getak­tet um das Gebäu­de herum. Die betrof­fe­nen Berei­che werden jeweils in Interims-Klassen­zim­mer ausge­la­gert, die auf dem Sport­ge­län­de des Berufs­schul­zen­trum Bad Saulgau erstellt werden.

„16 Millio­nen Euro sind eine Stange Geld, aber wir inves­tie­ren in eine gute Ausbil­dung unserer Schüle­rin­nen und Schüler, tuen etwas für den Klima­schutz und bringen die Digita­li­sie­rung voran. Ich bin dem Kreis­tag daher immer noch dankbar, dass er dieses Projekt – paral­lel zum Neubau der Bertha-Benz-Schule — auf den Weg gebracht hat“, so Bürkle. Auch den Planern und Baufir­men sowie ihren Mitar­bei­tern dankte sie: „Bei einem solchen Großpro­jekt trotz Corona im Zeitplan und sogar noch unter dem Kosten­plan zu liegen, ist eine klasse Leistung.“