BRÜSSEL (dpa) — Künftig verlie­ren die EU-Impfnach­wei­se neun Monate nach der Grund­im­mu­ni­sie­rung ihre Gültig­keit. Mit der einheit­li­chen europa­wei­ten Regelung soll ein Flicken­tep­pich vermie­den werden.

Ohne Booster sind EU-Impfzer­ti­fi­ka­te künftig neun Monate nach der Grund­im­mu­ni­sie­rung ungül­tig. Die Entschei­dung tritt am 1. Febru­ar in Kraft, wie die EU-Kommis­si­on mitteilte.

Theore­tisch können die EU-Länder noch ein Veto einle­gen, was aber so gut wie ausge­schlos­sen ist. Die Regelung sei mit den EU-Staaten abgestimmt worden und werde auch im jüngs­ten Gipfel­be­schluss erwähnt, so ein Kommissionssprecher.

Boostern nach sechs Monaten

Auffri­schungs­imp­fun­gen werden demnach spätes­tens sechs Monate nach der vollstän­di­gen Impfung empfoh­len. Das Impfzer­ti­fi­kat soll aber drei weite­re Monate gültig sein, bevor es abläuft, damit man genug Zeit hat, sich eine Auffri­schungs­imp­fung zu holen.

Der EU-Impfnach­weis besteht aus einem QR-Code, der direkt nach der Impfung in Praxen und Impfzen­tren erstellt wird oder nachträg­lich in Deutsch­land etwa in Apothe­ken erhält­lich ist. Der Code ist in einer Smart­pho­ne-App darstell­bar und kann digital ausge­le­sen werden. Die Codes werden trotz verschie­de­ner Apps der einzel­nen Länder überall in der EU erkannt und erleich­tern auf Reisen Nachwei­se über Impfun­gen, frische Tests und kürzlich überstan­de­ne Infek­tio­nen mit dem Coronavirus.

EU-Kommis­si­ons­prä­si­den­tin Ursula der Leyen hatte bereits nach dem EU-Gipfel vergan­ge­ne Woche angekün­digt, dass ihre Behör­de zeitnah eine Regelung mit Blick auf den EU-Impfnach­weis vorle­gen werde. Vor der diesjäh­ri­gen Sommer­sai­son hatten sich die EU-Länder und das EU-Parla­ment auf die letzten Details der europa­wei­ten Zerti­fi­ka­te geeinigt. Sie werden mittler­wei­le in zahlrei­chen Ländern auch außer­halb der EU anerkannt.