Schnell, schnel­ler, Ewan. Der Austra­li­er ist wie im Vorjahr der erfolg­reichs­te Sprin­ter bei der Tour. Auf der elften Etappe jubelt der Teamkol­le­ge von Degen­kolb schon zum zweiten Mal. Im Gelben Trikot ist weiter der Slowe­ne Primoz Roglic unter­wegs.

Auch dank der erneu­ten Vorar­beit von Anfah­rer Roger Kluge siegte Ewan am Mittwoch auf dem elften Teilstück nach 167,5 Kilome­tern von Châte­lail­lon-Plage nach Poitiers im Sprint vor Ex-Weltmeis­ter Peter Sagan und Sam Bennett, nachdem er bereits in Siste­ron trium­phiert hatte. Schon im Vorjahr war Ewan mit drei Tages­sie­gen der König der Sprin­ter.

Es waren nur Zenti­me­ter, die das Herzschlag­fi­na­le entschie­den. Dabei misch­te auch Sagan mit, der sich einen kleinen Fight mit dem Belgi­er Wout van Aert um die beste Positi­on liefer­te. Dieser war darüber extrem verär­gert und zeigte dem Slowa­ken den Mittel­fin­ger.

Die deutschen Fahrer spiel­ten bei der nächs­ten Massen­an­kunft keine Rolle, auch Altstar André Greipel konnte sich nach Platz sechs am Vortag dieses Mal nicht in Szene setzen. Dem 38-Jähri­gen bleibt damit im Kampf um den zwölf­ten Etappen­sieg seiner Karrie­re als letzte Chance wohl nur noch der Königs­sprint auf den Champs Elysées in Paris, wo er bereits 2015 und 2016 trium­phiert hatte.

Immer­hin geht es dem gebür­ti­gen Rosto­cker inzwi­schen besser, nachdem er sich in der ersten Woche mit Sturz­ver­let­zun­gen gequält hatte. «Der Ruhetag kam zum richti­gen Zeitpunkt. Ich fühle mich besser und besser», sagte Greipel. Im nächs­ten Jahr dürfte der Sprin­ter kaum mehr ein Tour-Ticket erhal­ten, denn sein Rennstall Israel Start-Up Nation will dann mit Chris Froome den Toursieg in Angriff nehmen.

Favorit auf den Toursieg 2010 bleibt der slowe­ni­sche Vuelta-Champion Primoz Roglic erfolg­reich. Der Ex-Skisprin­ger hatte auf der Flach­etap­pe keine Mühe sein Gelbes Trikot zu vertei­di­gen und liegt weiter­hin 21 Sekun­den vor dem kolum­bia­ni­schen Titel­ver­tei­di­ger Egan Bernal. Emanu­el Buchmann spielt keine Rolle mehr, seinen wichtigs­ten Helfer hat er auch verlo­ren. Der Öster­rei­cher Gregor Mühlber­ger musste nach einem Infekt aufge­ben.

Die Entschei­dung in Poitiers fiel erwar­tungs­ge­mäß im Massen­sprint. Bennett vertei­dig­te dabei mit Platz drei auch das Grüne Trikot des punkt­bes­ten Fahrers vor Ex-Teamkol­le­ge Peter Sagan vom Bora-hansgro­he-Team. «Wenn es leich­te Etappen sind, ist Peter nicht schnell genug», sagte Bora-hansgro­he Sport­di­rek­tor Enrico Poitsch­ke. Diesmal war der Slowa­ke aber ganz nah dran. Allmäh­lich wird es ernst für Sagan im Kampf um Grün, nachdem er sieben Mal in den vergan­ge­nen acht Jahren die Punkte­wer­tung gewon­nen hatte.

Bennett könnte damit die Nachfol­ge seines berühm­ten Lands­man­nes Sean Kelly antre­ten, der in den 80er Jahren vier Mal das Grüne Trikot in Paris gewon­nen hatte. Der frühe­re irische Radstar spricht Bennett entspre­chend Mut zu: «Nach dem ersten Etappen­sieg weiß er, dass er großar­ti­ge Dinge tun kann. Es hat nur etwas länger gedau­ert.»

Bennetts Teamkol­le­gen waren maßgeb­lich daran betei­ligt, dass es zu einer Massen­an­kunft kam. Nachdem Matthieu Ladagnous früh ausge­ris­sen war und eine starke Gruppe hinter­her­ging, war es die Deceu­n­inck-Quick-Step-Mannschaft, die das Feld wieder heran­führ­te.

Am Donners­tag wird die Tour mit der längs­ten Etappe fortge­setzt, wenn es über 218 Kilome­ter von Chauvi­gny nach Sarran Corrè­ze geht. Zwei Berge der vierten sowie jeweils ein Anstieg der dritten und zweiten Katego­rie könnten Ausrei­ßern eine Chance bieten.