HANNOVER (dpa) — Am höchs­ten jüdischen Feier­tag fliegt während eines Gottes­diens­tes ein harter Gegen­stand durch das Fenster einer Synago­ge. Der Vorsit­zen­de der Gemein­de in Hanno­ver ist «zutiefst schockiert».

Am höchs­ten jüdischen Feier­tag Jom Kippur ist am Mittwoch an der Synago­ge Hanno­ver ein Fenster beschä­digt worden. Das bestä­tig­te ein Polizei­spre­cher. Es gebe keine Verletz­ten. Einem Bericht der «Hanno­ver­schen Allge­mei­ne» (online) zufol­ge wurde während des Gottes­diens­tes gegen 19 Uhr ein Stein oder ein anderer harter Gegen­stand durch ein Bleiglas­fens­ter an der Frauen­em­po­re geworfen.

Der Polizei­spre­cher sagte: «Fest steht, dass ein Fenster beschä­digt wurde. Wie, das ist noch nicht geklärt.» Am Donners­tag­mor­gen gab es noch keine neuen Erkennt­nis­se. Genaue­res zum Tather­gang und ob es sich um einen Anschlag handel­te, ist laut Polizei­an­ga­ben weiter unklar.

Rund 150 Menschen hatten sich dem Zeitungs­be­richt zufol­ge am Versöh­nungs­tag in der Synago­ge versam­melt, um zu beten. Gegen Ende des Gottes­diens­tes hörten Besucher dann ein Klirren und einen Schlag, wie die Zeitung berich­tet. In etwa sechs Metern Höhe klaffe ein Loch in dem Fenster. Micha­el Fürst, der Vorsit­zen­de der Gemein­de, sagte der Zeitung: «Der Täter muss auf das Gelän­de der Synago­ge gelangt sein. Ich bin zutiefst schockiert.»

Jom Kippur, der höchs­te jüdische Feier­tag fällt von Jahr zu Jahr auf unter­schied­li­che Daten im Septem­ber oder Oktober. «Der Anschlag auf die Synago­ge in Hanno­ver gestern Abend entsetzt und beschämt mich zutiefst», sagte der Landes­bi­schof der evange­li­schen Landes­kir­che Hanno­ver, Ralf Meister. Dass Jüdin­nen und Juden bei der Ausübung ihrer religiö­sen Praxis bedroht würden, sei unerträglich.

Vor drei Jahren hatte an diesem Feier­tag in Halle (Sachsen-Anhalt) ein schwer bewaff­ne­ter rechts­ex­tre­mer