Ravens­burg – Mit Liebe genäht: das sind die 50 farben­fro­hen Herzkis­sen, die Frauen der Kolpings­fa­mi­lie Ravens­burg an das St. Elisa­be­then-Klini­kum gespen­det haben. Die Herzform der Kissen sieht nicht nur liebe­voll aus, sondern erfüllt auch einen medizi­ni­schen Zweck. Das Herz wird bei Brust­krebs­pa­ti­en­tin­nen unter die Achsel geklemmt und lindert dort nach einer Opera­ti­on Narben­schmer­zen und Lymph­schwel­lun­gen. Außer­dem entlas­tet das weiche Kissen das Gewebe beim Liegen und kann beim Autofah­ren zum Schutz der Druck­stel­le unter dem Gurt verwen­det werden.

„Natür­lich soll die Herzform des Kissens auch etwas Trost und Hoffnung spenden und ein Zeichen unserer Anteil­nah­me sein“, erklärt Regina Hartin­ger von der Krebs­be­ra­tungs­stel­le der OSK. Von ihr stamm­te die Idee, gemein­sam mit der Kreativ­grup­pe der Kolpings­fa­mi­lie  die bunten Seelen­trös­ter zu nähen. Einmal im Monat treffen sich die ehren­amt­li­chen Helfe­rin­nen des katho­li­schen Sozial­ver­bands, um Gutes zu tun. „Die meisten Menschen kennen doch eine Betrof­fe­ne.“, so Regina Hartin­ger.

Auch sie hat eine Angehö­ri­ge, die gegen den bösar­ti­gen Tumor kämpft. Brust­krebs ist die häufigs­te Krebs­er­kran­kung von Frauen in Deutsch­land. Nach einer Erhebung des Robert-Koch-Insti­tuts erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brust­krebs. Auch Männer trifft die Erkran­kung, aller­dings äußerst selten.

Die herzför­mi­gen Kissen werden neben den an Brust­krebs erkrank­ten Patien­ten auch an  schwer­kran­ke Menschen in der Pallia­tiv­sta­ti­on verschenkt. „Die Momen­te, in denen wir den kranken Patien­ten das Herzkis­sen überge­ben, sind unver­gess­lich“, erzählt Beate Metzler, Fachfrau für komple­men­tä­re Pflege im Onkolo­gi­schen Zentrum am EK. Die Freude über den kleinen Seelen­trös­ter mit der persön­li­chen Nachricht sei jedes Mal sehr groß und für viele Patien­ten werden die weichen Herzen zu tägli­chen Beglei­tern.

Jede Frau kann selbst etwas dafür tun, dass Brust­krebs frühzei­tig erkannt wird. Dazu sollte laut Empfeh­lung des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um der jährli­che Vorsor­ge­ter­min beim Frauen­arzt ab dem 30. Lebens­jahr und das Mammo­gra­phie-Scree­ning, das ab dem 50. Lebens­jahr vom Gemein­sa­men Bundesau­schuss im Gesund­heits­we­sen kosten­los angebo­ten wird, wahrge­nom­men werden.

Betrof­fe­ne, Angehö­ri­ge und Inter­es­sier­te können sich in der Krebs­be­ra­tungs­stel­le der Oberschwa­ben­kli­nik in Ravens­burg und Wangen profes­sio­nell beraten lassen. Termi­ne können per E‑Mail an krebsberatung@oberschwabenklinik.de verein­bart werden. Weite­re Infor­ma­tio­nen finden Sie unter www.oberschwabenklinik.de