FRIEDRICHSHAFEN — Im ersten Halbfi­na­le in der 1. Volley­ball Bundes­li­ga bewies der VfB Fried­richs­ha­fen Nerven­stär­ke. Nach einem 0:2 Satzrück­stand gegen die SVG Lüneburg drehten die Häfler das Spiel am Samstag­abend noch und gewan­nen mit 3:2 (17:25, 23:25, 25:20, 25:19, 15:9). Schon am Donners­tag treffen die Teams in der „best-of-three“-Serie erneut aufein­an­der. Sollten die Häfler das Spiel in Lüneburg gewin­nen, stehen sie im Finale. Bei einem Lünebur­ger Sieg kommt es am kommen­den Sonntag zum Entschei­dungs­spiel am Bodensee.

Die Volley­ball­fans der Republik wunder­ten sich vermut­lich schon beim Warmma­chen der beiden Mannschaf­ten ein wenig. Denn aufgrund akuten Spieler­man­gels griff Lüneburgs Teamma­na­ger Matthi­as Pompe noch einmal zum Spiel­ge­rät, das er eigent­lich 2019 schon an den Nagel gehängt hatte. Und der 37-Jähri­ge dürfte sich ebenfalls ein wenig von der Auswech­sel­bank aus gewun­dert haben, schließ­lich legte sein Team los wie die Feuer­wehr. Die Häfler Angrif­fe fanden nicht Ihr Ziel, wobei die SVG selbst viel besser agier­te. Michel Schli­en besorg­te die erste kleine Führung (1:3), der Aufschlag­punkt von Gijs van Solke­ma knick­te die Stimmung beim Liga-Rekord­meis­ter dann gänzlich (8:12).

Zuspie­ler Dejan Vincic versuch­te jetzt, zu seinen eigent­li­chen Waffen zu greifen und schick­te Linus Weber und Martti Juhka­mi zum Angriff in den Ring. Doch der junge Deutsche fand sein Ziel in dieser Phase nur selten (11:14) — Juhka­mi erwisch­te im Angriff und auch in der Annah­me einen raben­schwar­zen Tag (12:17). VfB-Trainer Micha­el Warm reagier­te und brach­te Rares Balean für Juhka­mi. Außer­dem versuch­te er den Doppel­wech­sel mit Joe Worsley und Lukas Maase. Schluss­end­lich vertei­dig­te Lüneburg aber weiter­hin stark und machte es mit Richard Peemül­ler dann deutlich (17:25).

Fried­richs­ha­fen musste schwer schlu­cken. Lüneburg war defini­tiv mit dem viel besag­ten Momen­tum unter­wegs. Drei Aufschlag­feh­ler in Folge der Nordlich­ter machten es aber einfach für den VfB, sich ein wenig zu schüt­teln (3:3, 4:5). Nehemiah Mote schnapp­te sich Peemül­ler im Block (8:7), eher der zurück­ge­kom­me­ne Juhka­mi den Hinter­feld­an­griff ins Aus setzte (8:9). Balean kam wieder und schlug druck­voll auf. Nach Motes Block gegen Lindberg war Fried­richs­ha­fen sogar drei Punkte weg (15:12). Es folgte die Aufhol­jagd der Lünehü­nen, angeführt von Lindberg (19:19). Als Stefan Hübner eine von in diesem Spiel zahlrei­chen Challen­ges gewann, war Lüneburg wieder in Front (20:21). Sein Team zog sogar auf 24:22 davon. Ewert griff an, der Block ging deutlich auf die Linie — aber erst die Challen­ge brach­te den Häfler Punkt (23:24). Ewert ließ sich aller­dings nicht nochmal bitten. Den zweiten Satzball verwan­del­te der Außen­an­grei­fer (23:25).

In einem Boxkampf hätte der Ringrich­ter spätes­tens jetzt angefan­gen, die Häfler anzuzäh­len. Doch, um im Bild zu bleiben: Fried­richs­ha­fen nahm die Fäuste nochmal hoch. Balean ging mit seinem Ass voran (6:5), eine weite­re gewon­ne­ne Challen­ge später führte Fried­richs­ha­fen immer noch (8:7). Balean hatte sich einiges vorge­nom­men und schnapp­te sich Peemül­ler im Block (15:13). Mote, Worsley und der einge­wech­sel­te Lukas Maase legten sich nachein­an­der Ewert und Lindberg zurecht, sodass es etwas entspann­ter für die Hausher­ren zuging (20:18, 22:18). Lindbergs Aufschlag­feh­ler setzte den Schluss­punkt in Satz Nummer drei (25:20).

Es ging also in der vierten Satz — und auch der war in der Anfangs­pha­se hart umkämpft. Nicolas Marechal servier­te das Ass (3:1), Linus Weber ebenfalls (6:3). Aller­dings konnte auch Lüneburg Druck mit dem Service machen und robbte sich wieder heran (10:10). Dieses Mal ließen die Häfler aber nicht locker, vertei­dig­ten besser und bekamen die Bälle jetzt auf den Boden des Gegners (14:12, 16:13). Balean starte­te in der Folge eine Aufschlag­se­rie, die in einem Block von Mote gegen Lindberg (18:13) und einem Ass (19:13) ihre Höhepunk­te hatte. Die SVG, zuvor noch eine Bank in der Annah­me, wackel­te jetzt defen­siv, was Weber immer wieder nutzen konnte (20:14, 23:18). Dank des Aufschlag­feh­lers von Ewert ging es dann