FRIEDRICHSHAFEN — Der VfB Fried­richs­ha­fen steht im Finale um die Deutsche Meister­schaft. Die Häfler besieg­ten die SVG Lüneburg auch in der Geller­sen­hal­le mit 3:2 (25:20, 24:26, 25:20, 18:25, 15:11). Nach einem souve­rä­nen Start in das Spiel, musste der VfB kämpfen und behielt im Entschei­dungs­satz die Nerven. Im Endspiel (best-of-five) stehen die Häfler entwe­der den BR Volleys oder den power­vol­leys aus Düren gegen­über. Der Termin für die erste Final­be­geg­nung steht noch nicht fest.

Beim Stand von 11:7 für den VfB dröhn­te während einer Lünebur­ger Auszeit „I got a hango­ver“ aus den Boxen in der Geller­sen­hal­le. Vielleicht hatte auch der DJ gesehen, dass das Team aus dem hohen Norden sehr müde, wenn auch nicht „verka­tert“ wirkte. Michel Schli­en nahm früh den Block gegen Nehemiah Mote (3:2). Jannik Pörner schei­ter­te an Nicolas Marechal (6:4). Der Franzo­se im Trikot des Rekord­meis­ters legte schließ­lich noch ein Ass nach (11:7), das ursäch­lich zur „Hangover“-Auszeit der Gastge­ber führte.

VfB-Trainer Micha­el Warm dürfte sich zu dieser Zeit schon ein wenig selbst auf die Schul­ter klopfen, schließ­lich war seine Entschei­dung mit Joe Worsley, David Fiel und Rares Balean drei frische Kräfte zu bringen, goldrich­tig. Nach Motes Ass (18:12) schraub­te sich zum Beispiel Fiel hoch und block­te den Hinter­feld­an­griff von Ewert (20:14). Alles schien klar, bis Lindberg ein paar gefähr­li­che Aufschlä­ge auspack­te und Fried­richs­ha­fen kurz in Bedräng­nis brach­te (22:20). Warm wechsel­te aber Dejan Vincic und Lukas Maase ein. Letzte­rer block­te Ewert zum Match­ball (24:20) und auch der einge­wech­sel­te Pörner war gegen das Duo Maase und Mote macht­los (25:20).

Auch im zweiten Satz war erst einmal wenig Grund zur Sorge für die Häfler. Marechal servier­te sein obliga­to­ri­sches Ass (4:2) und Mote griff weiter beherzt im Block zu (6:3, 7:3). Markus Steuer­wald entschärf­te eine Angriff, den Worsley auf Knie zu Weber brach­te (13:8) — alles lief nach Plan. Und dann legte erst einmal Lindberg bei Lüneburg seinen „Hango­ver“ ab. Der Schwe­de servier­te die Häfler in Bedräng­nis, sodass die Angrif­fe der Gäste nicht mehr ihr Ziel fanden (15:14, 22:22:). Marcus Böhme kam für Fiel und Warm zog erneut den Doppel­wech­sel, aller­dings brach­te Schli­en mit seinem Block gegen Balean das eigene Team auf die Sieger­stra­ße (23:24). Wieder­um Schli­en holte sich den Satzaus­gleich mit einem Ass (24:26).

Die Geller­sen­hal­le stand Kopf, aller­dings störte das Marechal recht wenig. Der franzö­si­sche Europa­meis­ter legte erneut ein Ass auf (2:1) und Martti Juhka­mi — für Balean auf dem Feld — fügte sich ebenfalls gut ein (4:2). Richtig abset­zen konnten sich die Häfler aber nicht (10:10). Ganz im Gegen­teil, Lüneburg hatte mehr Druck im Service, sodass Schli­en und Pörner die Häfler Defen­si­ve alt ausse­hen ließen (14:17). Es brauch­te den Mann, der wie gemacht ist für solche Situa­tio­nen: Linus Weber. Der 21-Jähri­ge servier­te zwei Asse zum Ausgleich (17:17), ein weite­res Ass von Juhka­mi verschob das Ruder schließ­lich komplett in Häfler Hand (20:18). Marechal setzte clever seinen Angriff an des Gegners Block (24:20), ehe Marcus Böhme höher als alle anderen stieg und den Satzball mit richtig viel Wucht ins Feld trommel­te (25:20).

Auch im vierten Durch­gang lief der VfB Fried­richs­ha­fen früh einem Rückstand hinter­her (2:4). Marechals Ass brach­te dieses Mal nur kurz Erleich­te­rung (8:9). Fried­richs­ha­fen brach­te die Annah­me selten passge­nau zu Dejan Vincic, deshalb klapp­te es im Angriff nicht mehr wie gewohnt. Weber traf nur den Block (11:14) und Lindberg mit seinem Service genau die Grund­li­nie (13:18). Dieses Mal zog Lüneburg aber weiter am Gashe­bel — auch der erneu­te Doppel­wech­sel von Zuspie­ler und Diago­nal­an­grei­fer half dem Team von Micha­el Warm da nicht. Flori­an Krage, der bislang wenig in Erschei­nung trat, haute einen raus (13:17) und auch Pörner wollte den Entschei­dungs­satz erzwin­gen (15:21). Peemül­ler machte den Krimi dann perfekt (18:25).

Im fünften Satz — und für die Häfler Fans wurde das nicht langwei­lig — packte Marechal ein weite­res Ass aus (2;1). Auch Böhme steuer­te noch ein solches bei (4:2), ehe Mote es noch komfor­ta­bler machte (6:3). Es wäre aber nicht ein Halbfi­na­le zwischen diesen beiden Mannschaf­ten gewesen, hätten die Hausher­ren sich nicht erneut zurück gebracht. Mit einer hauch­dün­nen 8:7 Führung wechsel­ten die Häfler die Seiten. Dieses Mal setzte nicht Weber den entschei­den­den Punch, sondern Kapitän Dejan Vincic. Er räumte Lindberg ab und der Jubel kannte keine Grenzen. Fried­richs­ha­fen zog du