FRIEDRICHSHAFEN — Mit zwei Siegen an zwei aufein­an­der­fol­gen­den Tagen gegen die Volley­ball Bisons Bühl hat der VfB Fried­richs­ha­fen den Einzug ins Finale um die deutsche Meister­schaft im Volley­ball geschafft. Nach einer knappen Nieder­la­ge am vergan­ge­nen Mittwoch in Bühl und einem klaren 3:0 am Samstag­abend, gewann das Team von Cheftrai­ner Micha­el Warm auch das Entschei­dungs­spiel am Sonntag mit 3:1 (25:21, 23:25, 25:23, 25:22). Am kommen­den Samstag trifft der VfB Fried­richs­ha­fen dann zu Hause im ersten Halbfi­na­le der „best-of-three“-Serie auf die SVG Lüneburg.

Während im ersten Spiel in Bühl noch viel über Diago­nal­an­grei­fer Linus Weber ging, sah der Häfler Match­plan am Samstag eine Menge Angrif­fe über die Außen vor. Am Sonntag setzte Zuspie­ler Dejan Vincic eher auf die schnel­len Attacken durch die Mitte (1:3, 6:6). Mit vielen Varian­ten wollte das Team von Cheftrai­ner Micha­el Warm der Tatsa­che entge­gen­wir­ken, dass im fünften Aufein­an­der­tref­fen inner­halb einer Saison mit wenig Überra­schun­gen auf beiden Seiten zu rechnen war. Bis zur Mitte des Satzes gab es daher Abwehr­ak­ti­on um Abwehr­ak­ti­on auf beiden Seiten (12:12).

Es folgte der kleine Unter­schied — und den machte Martti Juhka­mi aus. Der Este schlug drei Mal so stark auf, dass der Block zwei Mal die Finger dran bekam und Nicolas Marechal leich­tes Spiel hatte (14:13, 15:13). Das nächs­te Juhka­mi-Service kam postwen­dend zurück, sodass Nehemiah Mote ohne Block vollstre­cken konnte (16:13). Linus Weber die Linie hinun­ter, Linus Weber nach einer sehens­wer­ten Rettungs­tat von Mote und nochmal Linus Weber mit Gefühl brach­ten dem jungen Diago­nal­an­grei­fer Selbst­ver­trau­en und seinem Team die komfor­ta­ble Führung (20:15). Martti Juhka­mi war dann der entschei­den­de Punkt zum Satzge­winn vergönnt (25:21).

In Satz zwei ging es wieder hin und her, auch weil beide Teams sehr viel und sehr gut in der Defen­si­ve arbei­te­ten. Nur weil Bühl in Person von Niklas Krontha­ler und Simon Gallas vermeid­ba­re Fehler im Angriff produ­zier­te, konnten sich die Bisons nicht wirklich vom VfB abset­zen (8:9, 14:15). Auch die Häfler nutzten ihren kleinen Vortei­le, nach einem Block von Mote gegen Krontha­ler (19:17), nicht. Gallas brach­te sein Team mit einem Ass sogar wieder in Front (20:21). Cheftrai­ner Micha­el Warm wollte mit Joe Worsley und Lukas Maase neue Impul­se setzen. Jurko­vics hatte da für Bühl aber etwas dagegen und pflück­te Marechals Angriff weg, nachdem er selbst zuvor durch­ge­kom­men war (22:24). Gallas schmet­ter­te dann zumin­dest in die Nähe der Häfler Grund­li­nie, sodass das Schieds­ge­richt auf Punkt für die Bisons entschied (23:25).

Der späte­re MVP Dejan Vincic war zurück auf dem Feld und besann sich auf seine Mittel­blo­cker Marcus Böhme (1:0) und Nehemiah Mote (6:4). Trotz­dem war zu spüren, dass der verlo­re­ne Satz ein wenig Unord­nung in das Häfler Team gebracht hatte. Linus Weber war es, der seine Punkte lautstark feier­te, seine Kolle­gen noch lauter anfeu­er­te und selber Druck mit dem Aufschlag machte (11:10, 13:11). Völlig souve­rän war das Heimteam immer noch nicht, aller­dings konnten Vincic und Co sich auf eines verlas­sen: die Mitte funktio­nier­te (18:15, 20:18) und auch Weber fand fast immer sein Ziel (21:19). Mit diesem Minivor­sprung im Rücken übernah­men die erfah­re­nen Kräfte die Verant­wor­tung. Marechal holte den Satzball (24:22), Böhme trommel­te ihn dann ins Feld (25:23).

Was der Brust­lö­ser hätte sein sollen, war eher das Gegen­teil. Bühl starte­te mit einem Ass von Krontha­ler und einem Block gegen Weber furios in den Durch­gang (1:5). Bei Fried­richs­ha­fen lief es in der Folge besser, aller­dings ließ Bühl in Sachen Vorsprung nichts anbren­nen. Böhme und Gallas liefer­ten sich das Punkte­du­ell und waren beide erfolg­reich (6:8, 10:13). Erst als Linus Weber das Druck­du­ell gegen Krontha­ler gewann (13:15) und nach Vincic-Aufschlag zwei weite­re Punkte auf die Anzei­ge­ta­fel brach­te, waren die Häfler zurück im Spiel (16:15). Als Mote dann Lopez block­te (19:17), zog Bühl die Notbrem­se mit der Auszeit. Einen ganz wichti­gen Punkt steuer­te Marcus Böhme noch bei und setzte seinen Angriff genau auf die Außen­li­nie (24:22). Linus Weber schmet­ter­te sich schließ­lich noch einmal ins Herz der Fans (25:22) und Fried­richs­ha­fen ins Halbfinale.

„Wir haben heute wieder ein Spiel unter großem Druck gewon­nen und ich bin sehr froh, dass uns das gelun­gen ist. Das hilft der Mannschaft, wieder zu ihrer Form zurück­zu­fin­den“, sagte VfB-Trainer Micha­el Warm nach der Begeg­nung. „Ich