FRIEDRICHSHAFEN — Der frühe­re Sport- und Kultur­bür­ger­meis­ter Kurt Brotzer starb am 5. August 2022 im Alter von 82 Jahren. Als Kurt Brotzer 1999 pensio­niert wurde, ging eine lange Ära zu Ende. Er verab­schie­de­te sich damals von der politi­schen Bühne mit den Worten: „Ich habe fertig. Dankeschön“. 

Kurt Brotzer ist in Ostrach geboren. Nach seiner Ausbil­dung arbei­te­te er zunächst bei den Landrats­äm­tern Ravens­burg und Biber­ach. Für ihn gab es schon damals keinen anderen Berufs­wunsch, als Bürger­meis­ter zu werden. 

Mit 26 Jahren wurde Kurt Brotzer 1966 zum Bürger­meis­ter der damals noch selbst­stän­di­gen Gemein­de Kluft­ern gewählt. Er beglei­te­te die Einge­mein­dung Kluft­erns zur Stadt Fried­richs­ha­fen aktiv mit, die in diesem Jahr auf ihren 50. Jahres­tag zurück­bli­cken kann. In den Jahren 1972 bis 1975 war er haupt­amt­li­cher Ortsvor­ste­her der Ortschaft Kluft­ern. Für Kurt Brotzer war es nach eigenen Angaben „die schöns­te Zeit in seinem beruf­li­chen Leben, weil alles so übersicht­lich war und die Kluftin­ger ihm ganz offen begeg­net sind“. Das hatte ihn geprägt. 

1975 wechsel­te er als Kultur- und Sport­bür­ger­meis­ter ins Fried­richs­ha­fe­ner Rathaus. Dort war er zustän­dig für Schulen, Sport, Kultur, Sozia­les, Jugend und Touris­mus. Dabei lagen ihm beson­ders die Verei­ne am Herzen, die bis heute davon profi­tie­ren, was Kurt Brotzer auf den Weg gebracht hat.

Seine Bilanz als Bürger­meis­ter war außer­ge­wöhn­lich. In seine Amtszeit fielen wichti­ge Neuerun­gen für das Vereins­le­ben in Fried­richs­ha­fen, entschei­den­de Impul­se für die Kultur wie das Graf-Zeppe­lin-Haus, das Boden­see­fes­ti­val, das Kultu­ru­fer sowie der Umzug des Zeppe­lin Museums in den alten Hafenbahnhof.

Die städti­schen Sport­för­der­richt­li­ni­en wurden einge­führt, das erste Jugend­haus in Fried­richs­ha­fen entwi­ckel­te sich und es wurde viel gebaut: das Graf-Zeppe­lin-Haus, das Max-Grünbeck-Haus, Vereins­hei­me, Sport­plät­ze und Sport­hal­len, die Ailin­ger Rotach­hal­le und das Bürger­haus in Kluftern. 

In den 33 Jahren bis zu seiner Pensio­nie­rung 1999 arbei­te­te er mit drei Oberbür­ger­meis­tern zusam­men: Dr. Max Grünbeck, Profes­sor Martin Herzog und Dr. Bernd Wiedmann. 

Eine wunder­ba­re Zeit nannte Kurt Brotzer seine Ära als Bürger­meis­ter. Er war ein Mann der leisen Töne, beschei­den, arbeit­sam und – das wurde auch bei seiner Verab­schie­dung erwähnt – immer guter Laune. Durch seine gerad­li­ni­ge, nahba­re und gesel­li­ge Art genoss er hohes Ansehen weit über die Stadt­gren­zen hinaus. Bis zu seinem Tod ist Kurt Brotzer mit der Stadt und ihren Menschen eng verbun­den gewesen. Gerne besuch­te er die Jahres­emp­fän­ge und suchte den Kontakt zu den Häfle­rin­nen und Häflern. 

Kurt Brotzer war ein hochver­dien­ter Bürger­meis­ter und Kommu­nal­po­li­ti­ker, der durch sein Wirken und seinen Weitblick für die Stadt und ihre Bürge­rin­nen und Bürger Gebäu­de und Struk­tu­ren geschaf­fen hat, die noch heute von großem Nutzen für das Gemein­wohl sind.
Wir trauern und nehmen Abschied von einem Menschen, der sich um die Entwick­lung von Fried­richs­ha­fen in großem Maße verdient gemacht hat. Wir werden ihm stets ein ehren­des Andenken bewahren.