Fünf Kinder sind tot. In einer Solin­ger Straße ist von einer Minute zur anderen nichts mehr wie es war. Dutzen­de Anwoh­ner stehen fassungs­los im Regen. Viele kannten die Kinder.

Geschwis­ter, die auch viele der geschock­ten Anwoh­ner kennen. Die Menschen verhar­ren im kalten Regen. Vor dem Haus fahren unter­des­sen immer mehr Polizis­ten vor. Exper­ten sollen den Fundort unter­su­chen. Beamte sperren das Areal ab, nur nach Anwoh­ner kommen in die Nähe.

Ein Nachbar aus dem Haus gegen­über reparier­te gerade sein Auto, als plötz­lich Polizei­au­tos und Rettungs­wa­gen vorfuh­ren. Seine Schwes­ter kennt die Familie, eine ruhige Familie mit sechs Kindern, wie sie sagt. «Ich selbst bin schockiert. Ich bin auch eine Mama.»

Wo ist die junge Mutter, wo ist der Ältes­te der Geschwis­ter aus dem sieben­stö­cki­gen Wohnhaus? Was ist mit ihnen? Alles ist so unfass­bar für die Anwoh­ner. Eine Polizei­spre­che­rin vor Ort bestä­tigt dann, dass die Mutter im Verdacht steht, die eigenen Kinder getötet zu haben.

Etwa 25 Kilome­ter entfernt, im Düssel­dor­fer Haupt­bahn­hof, hat sich die 27-Jähri­ge nach ersten Erkennt­nis­sen der Polizei vor einen Zug gewor­fen. Sie hat überlebt und wird in einem Kranken­haus behan­delt. Mit dem sechs­ten Kind soll sie nach der Tat unter­wegs gewesen sein.

In dem erschüt­tern­den Fall sind noch viel Fragen offen, Gerüch­te kursie­ren in der eng bebau­ten Straße. Wo der Vater steckt, war am Donners­tag zunächst unklar. Die Mordkom­mis­si­on ermit­telt, gut 40 Beamte sind vor Ort im Einsatz. Auch die Polizei ist fassungs­los: «Wie konnte so was nur passie­ren?», sagt Sprecher Stefan Weiand.