WANGEN — Die Wange­ner Ortschaf­ten Neura­vens­burg, Schom­burg, Nieder­wan­gen, Karsee und Leupolz dürfen sich seit vergan­ge­nen Donners­tag „Staat­lich anerkann­te Erholungs­or­te“ nennen. Dieses Prädi­kat verlieh ihnen jetzt der Fachaus­schuss für die Anerken­nung von Luftkur­or­ten und Erholungs­or­ten beim Regie­rungs­prä­si­di­um Tübin­gen (RP) mit Regie­rungs­prä­si­dent Klaus Tappe­ser an der Spitze. Dem Fachaus­schuss gehören Vertre­ter und Vertre­te­rin­nen des RP, des Touris­mus­ver­ban­des Baden-Württem­berg, des Hotel- und Gaststät­ten­ver­ban­des, des Städte­tags, des Gemein­de­tags, des Landes­na­tur­schutz­ver­ban­des und des Deutschen Wetter­diens­tes an. Der Ausschuss besuch­te die fünf Ortschaf­ten in einem eng getak­te­ten Zeitplan und ließ sich zeigen, was die Orte jeweils touris­tisch zu bieten haben. 

Die Schil­de­run­gen der jeweils der örtli­chen Gemein­schaft und des ebenso eigenen Charak­ters jedes Dorfes durch die Ortsvor­ste­her und die Ortsvor­ste­he­rin kamen beson­ders gut an. Zu den, im Fachjar­gon genann­ten points of interest, die Gäste und Urlau­ber in den jewei­li­gen Ortschaf­ten erwar­tet und die dem Fachaus­schuss vorge­stellt wurden, gehört die Burgrui­ne Neura­vens­burg, das Museums-Schau­de­pot in Primis­wei­ler, der Kapel­len­berg in Nieder­wan­gen, der Skulp­tu­ren­weg in und am Karsee sowie in Leupolz der Kirch­berg mit seinen Attrak­tio­nen und das Museum für ländli­ches Kultur­gut im Dorfsta­del. Paul Weber führte die Gruppe in wenigen Minuten durch die Sammlung bis hinauf in den vierten Stock. Übrigens erzähl­te Regie­rungs­prä­si­dent Klaus Tappe­ser, dass er als Kind mit seinen Eltern immer den Urlaub in einem Gasthof in Karsee verbracht habe und viele Kindheits­er­in­ne­run­gen damit verbindet.

Dem Besuch aus Tübin­gen waren mehrjäh­ri­ge Vorar­bei­ten durch Gästeamts­lei­te­rin Belin­da Unger voraus­ge­gan­gen. Sie war bei der letzten Überprü­fung der Prädi­ka­ti­sie­rung Wangens und Deuchel­rieds zu Luftkur­or­ten vor fünf Jahren vom Deutschen Wetter­dienst darauf aufmerk­sam gemacht worden, dass es doch schön wäre, wenn alle anderen Wange­ner Ortschaf­ten auch prädi­ka­ti­siert werden könnten. Und so stürz­te sie sich in die Arbeit, nahm die Ortsver­wal­tun­gen zu Hilfe und sammel­te mit und bei ihnen viele Daten ein, die anschlie­ßend ebenfalls in vielen Formu­la­ren ihren Nieder­schlag fanden. Neben anderen Dingen wurde beispiels­wei­se auch die Quali­tät der Luft gemes­sen und der Verkehr gezählt. 

Oberbür­ger­meis­ter Micha­el Lang freute sich sehr über die Entschei­dung. „Es gibt in den Ortschaf­ten mehr Touris­ti­sches als man in der Stadt oft weiß“, sagte OB Lang, der die Gruppe bei der Rundfahrt beglei­tet hatte und u. a. als „Reise­lei­ter“ fungier­te. Und Belin­da Unger sagte mit Stolz und Erleich­te­rung: „Das ist ein schönes Zeichen für unsere Ortschaf­ten, die wir ja immer auch mitneh­men wollen. Ich freue mich sehr!“