TUTTLINGEN — Nach der pande­mie­be­ding­ten Schlie­ßung wird die Galerie der Stadt Tuttlin­gen ab Samstag, 27. März, wieder für das Kunst­pu­bli­kum geöff­net sein. Nach der Absage der Ausstel­lun­gen von Camill Leberer und Mélanie Lachiè­ze-Rey ergibt es sich, dass die Ausstel-lung „Dietlin­de Stenge­lin – Zeittie­fe“ (27. März bis 2. Mai) die erste in diesem Jahr sein wird. Gezeigt werden Gemäl­de und Zeich­nun­gen aus sechs Schaf­fens­jahr­zehn­ten der in Tuttlin­gen aufge­wach­se­nen und in Lan-genar­gen am Boden­see leben­den Künstlerin. 

Mit Rücksicht auf die immer noch bestehen­de Anste­ckungs-gefahr findet keine Eröff­nungs­ver­an­stal­tung statt. Die geplan­ten Begleit­ver­an­stal­tun­gen (Online-Anmel­dung für limitier­te Besucher­zahl über www.galerie-tuttlingen.de) stehen unter dem Vorbe­halt ihrer Durch­führ­bar­keit im Rahmen der aktuel­len Vorschrif­ten. Vorge­se­hen sind ein Künst­ler­ge­spräch mit Dietlin­de Stenge­lin am Sonntag, 18. April, um 11 Uhr, ein Ausstel­lungs­rund­gang mit Galerie­lei­te­rin Anna-Maria Ehrmann-Schindl­beck am Donners­tag, 22. April, um 16 Uhr, und die Sprach­Klang-Perfor­mance „Eigen­far­ben“ von Ingrid Schor­scher am Freitag, 30. April, um 19 Uhr.

Dietlin­de Stenge­lin ist insofern eine klassi­sche Malerin, als dass sich ihre künst­le­ri­sche Arbeit durch­gän­gig auf dem Viereck des Bildes abspielt. Die Möglich­kei­ten der Malerei sind für sie etwas Unerschöpf­li­ches in all ihren zeitlo­sen Genres wie Porträt, Akt, Still­le­ben, Natur und Mytho­lo­gie. Mit großer Phanta­sie und viel Freiheit inter­pre­tiert sie diese auf neue Art und stellt unter Beweis, dass Verwand­lungs­kraft keine Grenzen kennt. Ohne Scheu nimmt sie sich der großen Themen und kunst­his­to­ri­schen Vorbil­der an, schafft etwas Neues und Einma­li­ges und lässt uns in den gemal­ten Schich­ten und colla­gier­ten Elemen­ten sowohl in inhalt­li­cher als auch zeitli­cher Hinsicht in ungekann­te Tiefen blicken. Im Entste­hungs­pro­zess ihrer Bilder setzt sie die Mittel Farbe, Form und Linie so ein, dass diese einen visuel­len Eigen­wert haben und poetisch-assozia­ti­ve Räume eröff­nen. Farbe spielt für sie die zentra­le Rolle, mit deren Sugges­ti­vi­tät und Ausdrucks­kraft weiß sie diffe­ren­ziert und feinfüh­lig umzugehen.

Dietlin­de Stenge­lin kam 1940 in Tuttlin­gen zur Welt und erleb­te dort als Heran­wach­sen­de die Nachkriegs­zeit. Die Er-fahrung der Knapp­heit weckte in ihr die Sehnsucht nach Öffnung des Horizon­tes. Der Besuch der Sommer­aka­de­mie in Salzburg sowie die Ermuti­gung durch Oskar Kokosch­ka motivier­ten sie zum Studi­um an der Staat­li­chen Akade­mie der Bilden­den Künste Stutt­gart und der Akade­mie der Bilden­den Künste Karls­ru­he, das sie 1965 als Meister­schü­le­rin von Georg Meister­mann abschloss. Der mit der Verlei­hung des Villa Romana-Preises verbun­de­ne Itali­en­auf­ent­halt im Jahr 1966 inspi­rier­te sie nachhal­tig. Die Ausstel­lung mit ausge­wähl­ten Werkbei­spie­len von damals bis heute zeigt, dass über die Jahrzehn­te mit siche­rem Gespür und ungebro­che­ner Offen­heit ein künst­le­ri­sches Oeuvre von Abwechs­lungs­reich­tum und großer Leben­dig­keit des Ausdrucks entstan­den ist.

Das Team der Galerie der Stadt Tuttlin­gen, Rathaus­stra­ße 7, bittet um Beach­tung der Hygie­ne­vor­schrif­ten (limitier­ten Besucher­zahl, Tragen eines Mund-Nasen-Schut­zes, Hände­des­in­fek­ti­on, Einhal­ten des Mindest­ab­stan­des). Zutritt ins Gebäu­de haben nur Perso­nen, die ihre Kontakt­da­ten auf dem hierfür