BERLIN (dpa) — Trotz Gasum­la­ge könnte es laut Wirtschafts­mi­nis­ter Habeck bald sehr teuer für Verbrau­cher in Deutsch­land werden. Vor allem die kommen­den Monate sollen demnach durch große Mehrbe­las­tun­gen geprägt sein.

Bundes­wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck (Grünen) sieht auch jenseits der geplan­ten Gasum­la­ge große Mehrbe­las­tun­gen auf die Verbrau­che­rin­nen und Verbrau­cher in Deutsch­land zukom­men. Allein beim Gas sei mit «vierstel­li­gen Zahlen» zu rechnen, die die Menschen im Durch­schnitt in den kommen­den Monaten stemmen müssten, sagte Habeck in einem Inter­view mit dem ARD-und ZDF-Jugend­an­ge­bot Funk, das am Donners­tag­abend online ausge­strahlt wurde.

Zu den Zusatz­kos­ten, die den Verbrau­chern durch die geplan­te Gasum­la­ge entstün­den, sagte der Minis­ter: «Da kommt schon ein bisschen was zusam­men. Aber das ist nicht das, was Deutsch­land disku­tie­ren wird und auch tragen wird und wird tragen müssen im nächs­ten Jahr.»

Mit der Gasum­la­ge sollen Gasim­por­teu­re gestützt werden, die wegen der hohen Einkaufs­prei­se für russi­sches Gas in Schwie­rig­kei­ten geraten. Derzeit ist die Umlage für alle Gasnut­zer auf rund 2,4 Cent pro Kilowatt­stun­de festgelegt.

Auch beim Strom droht Preissteigerung

Auch beim Strom drohe eine Verdopp­lung der Preise, sagte Habeck. «Wenn wir gut sind, refor­mie­ren wir das System jetzt und verhin­dern genau das», erklär­te der Minis­ter in Anspie­lung auf die Pläne der Bundes­re­gie­rung, eine Strom­preis­brem­se einzuführen.

«Der finan­zi­el­le Druck ist enorm», sagte Habeck zur allge­mei­nen Lage für die Menschen im Land. Der Grünen-Politi­ker äußer­te sich aber auch zuver­sicht­lich, dass die hohen Preise im kommen­den Jahr wieder sinken werden. «Wenn wir diesen Winter bestehen, haben wir eine gute Chance, im nächs­ten Sommer und im nächs­ten Winter deutli­che Entspan­nung in Deutsch­land hinzubekommen.»