ULM — Ausbil­dungs­zah­len im Gebiet der Handwerks­kam­mer Ulm leicht über dem Vorjah­res­ni­veau – Anteil der Abitu­ri­en­ten steigt – noch 712 unbesetz­te Lehrstel­len von der Ostalb bis zum Bodensee.

Zum 31. August 2021 sind 2.622 neue Lehrver­trä­ge im Gebiet der Handwerks­kam­mer Ulm abgeschlos­sen worden. Das sind 17 Auszu­bil­den­de mehr als im Vorjahr (2.605). Diese jungen Menschen erler­nen nun einen Handwerks­be­ruf in einem der mehr als 19.500 Handwerks­be­trie­be zwischen Ostalb und Boden­see als Grund­la­ge für ihr späte­res Berufs­le­ben. „Wir sind im Plus. Das war schwie­rig und nicht selbst­ver­ständ­lich in diesem heraus­for­dern­den Jahr. Von daher sind wir sehr froh, dass wir das Corona-Jahr hinter uns lassen und wieder unseren Wachs­tums­trend aufneh­men konnten“, so Dr. Tobias Mehlich, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Handwerks­kam­mer Ulm. 

In den Jahren vor der Pande­mie haben sich die Betrie­be im Gebiet der Handwerks­kam­mer Ulm stets über mehr Auszu­bil­den­de gefreut – und das trotz des demogra­phi­schen Wandels mit sinken­den Schüler­zah­len und Drang zum Studi­um. Ledig­lich im Corona-Jahr 2020 ist bei den Ausbil­dungs­zah­len wegen geschlos­se­ner Schulen und erschwer­ter Berufs­ori­en­tie­rung durch fehlen­de Ausbil­dungs­mes­sen und einge­schränk­te Prakti­kums­mög­lich­kei­ten ein Minus verzeich­net worden. Der Ausbil­dungs­markt bleibt in diesem Jahr weiter in Bewegung und die Chancen für Jugend­li­che stehen gut, auch kurzfris­tig noch einen Ausbil­dungs­platz im Handwerk zu bekom­men. Die Handwerks­kam­mer Ulm arbei­tet mit ihren Ausbil­dungs- und Perso­nal­be­ra­tern jetzt mit Hochdruck daran, das derzei­ti­ge Zwischen­er­geb­nis in den kommen­den Monaten noch weiter zu verbes­sern. Die aktuel­len Zahlen stimmen die Handwerks­kam­mer jedoch optimis­tisch und verdeut­li­chen, wieviel Ausbil­dungs­kraft auch im zweiten Krisen­jahr in den regio­na­len Handwerks­be­trie­ben steckt. „Viele unserer Betrie­be brauchen Auszu­bil­den­de und Fachkräf­te für ihre guten Auftrags­bü­cher. Das eröff­net den Jugend­li­chen blenden­de Zukunfts­mög­lich­kei­ten. Wir blicken optimis­tisch nach vorne“, sagt Mehlich. 

Mehr Abitu­ri­en­ten und weniger Geflüch­te­te in Ausbildung
Unter­des­sen ist die Anzahl an Abitu­ri­en­ten an der Gesamt­zahl der Auszu­bil­den­den im Gebiet der Handwerks­kam­mer Ulm im Vergleich zum Vorjah­res­zeit­raum gestie­gen. Aktuell haben 403 Abitu­ri­en­ten einen neuen Lehrver­trag abgeschlos­sen. Das entspricht einem Abitu­ri­en­ten­an­teil von rund 15,4 Prozent. Im Vorjah­res­zeit­raum sind es 390 Abitu­ri­en­ten gewesen. Derzeit haben zudem 121 Geflüch­te­te im Kammerge­biet eine Ausbil­dung begon­nen (Vorjahr: 138). Die Zahl der Menschen mit Flucht­hin­ter­grund in handwerk­li­cher Ausbil­dung war insbe­son­de­re seit 2015 stetig gestie­gen. Der Großteil dieser Geflüch­te­ten hat in den letzten Jahren viele unbesetz­te Ausbil­dungs­stel­len wahrge­nom­men und ausge­füllt. „Dieses wichti­ge Reser­voir für Fachkräf­te ist nun nahezu ausge­schöpft und es rücken kaum noch Geflüch­te­te nach, die den Bedarf unserer Betrie­be decken können“, so Mehlich. Durch die Corona-Krise haben sich zudem die Prozes­se verzö­gert und den Start für diese jungen Menschen erschwert. Die Bereit­schaft der Betrie­be, jungen Geflüch­te­ten eine Perspek­ti­ve zu bieten, ist aber weiter­hin vorhanden. 

Nach wie vor haben die jungen Menschen großes Inter­es­se an Bau- und Holzge­wer­ken sowie an Elektro- und Metall­ge­wer­ken – aber auch wieder zuneh­mend an den Gesund­heits­hand­wer­ken. Beson­ders beliebt sind dieses Jahr die