BAD WALDSEE – Knapp 150 Bewoh­ner von Pflege­heim und „Wohnen mit Service“ sowie die Gäste der Tages­pfle­ge und Mitar­bei­ten­de des Waldseer Wohnparks am Schloss sind am Mittwoch in der geräu­mi­gen Hauska­pel­le gegen Corona geimpft worden. Ein mobiles Impfteam aus Ulm nahm am Vormit­tag seine Arbeit auf und bis zum frühen Nachmit­tag waren die insge­samt 144 Dosen des Impfstof­fes von Biontech/Pfizer bereits verimpft. Wohnpark­lei­te­rin Heidi Schrei­ber hatte diese Impfak­ti­on herbei­ge­sehnt, um das Risiko weite­rer Infek­tio­nen in der Senio­ren­wohn­an­la­ge zu verringern.

„Zum Teufel mit diesem Corona, ich möchte, dass das jetzt aufhört!“ Katari­na Keraly (91) bekommt die erste Impfung des Tages und sie spricht laut aus, was nicht nur im Wohnpark am Schloss längst alle denken. „Wir möchten wieder unser altes Leben und unseren Alltag zurück — und wenn uns diese Sprit­ze dabei hilft, dann bin ich sehr zufrie­den“, sagt die Pflege­heim­be­woh­ne­rin und macht einen zufrie­de­nen Eindruck dabei. Den kleinen Pieks mit großer Wirkung habe sie kaum gespürt im Oberarm und sie nehme deshalb auch den zweiten Termin in einigen Wochen nochmals gerne hin. Keraly: „Haupt­sa­che, Corona schleicht sich dann endlich!“

„Zu 100 Prozent“ überzeugt von der Wirksam­keit der Corona-Schutz­imp­fung ist Hans Rentsch­ler zwar noch nicht. „Aber ich hoffe trotz­dem, dass dadurch ein schwe­rer Krank­heits­ver­lauf verhin­dert wird und deshalb nehme ich heute ebenfalls daran teil“, betont der 86-jähri­ge Waldseer, der sich nach einem häusli­chen Sturz aktuell in Kurzzeit­pfle­ge befin­det. In den letzten Monaten hatten sich nahezu alle Bewoh­ner des Pflege­heims mit dem neuar­ti­gen Virus infiziert und deshalb wurde diese Schutz­imp­fung vor Ort nicht nur von Heidi Schrei­ber dringend erwar­tet. „Ich bin richtig erleich­tert, dass heute nahezu alle Bewoh­ner von Pflege­heim und ‚Wohnen mit Service’ sowie die Gäste unserer Tages­pfle­ge ihre erste Impfdo­sis erhal­ten haben. Damit können wir in unserem Wohnpark schritt­wei­se wieder in den Alltag zurück­keh­ren mit etwas mehr Begeg­nung und Abwechs­lung, als dies Corona uns seit letztem Frühjahr gestat­tet.“ Von den Mitar­bei­ten­den des Hauses machten am Mittwoch rund die Hälfte Gebrauch von ihrem Recht auf eine Corona-Impfung.

Diese Impfak­ti­on unter Leitung der Ärztin Dr. Andrea Unger vom zentra­len Impfzen­trum Ulm ist nach Angaben Heidi Schrei­bers „unauf­ge­regt und effek­tiv“ verlau­fen. Das fünfköp­fi­ge Team machte sich unter Mitar­beit von Pflege­dienst­lei­ter Viktor Kirch­gess­ner und Tages­pfle­ge­lei­te­rin Ramona Endres routi­niert an die Arbeit. Dazu zählte neben der Bürokra­tie vor allem die Aufbe­rei­tung des Impfstof­fes, der in Kühlbo­xen nach Bad Waldsee trans­por­tiert wurde und dann in Einmal­sprit­zen aufge­zo­gen werden musste. Bei den meisten Senio­ren legte sich die Aufre­gung denn auch so rasch wie sie gekom­men war. „Wir sprechen die Leute immer ruhig an, damit sie entspannt sind, und es gibt nie Proble­me dabei — im Gegen­teil, uns macht diese Arbeit richtig Spaß und wir kommen auch viel herum dabei“, berich­te­te Simone Dürr, die die Impfun­gen im Wohnpark am Schloss mit ihrer Kolle­gin Samira Hasani im „Doppel­pack“ vornahm.

Als kleines Danke­schön für seinen Einsatz wurde dem Ulmer Impfteam in der Mittags­pau­se ein Essen im Festsaal kredenzt, das gerne angenom­men wurde.