BERLIN (dpa) — Die Inzidenz-Angaben liefern in Deutsch­lad derzeit ein unvoll­stän­di­ges Bild. Umso bemer­kens­wer­ter ist der vom RKI verzeich­ne­te Anstieg der Corona-Neuin­fek­tio­nen. Ist das der Beginn einer neuen Welle?

Die Zahl der offizi­ell erfass­ten Corona-Infek­tio­nen ist zuletzt kräftig gestie­gen. So gab das Robert Koch-Insti­tut (RKI) die bundes­wei­te Sieben-Tage-Inzidenz am Donners­tag­mor­gen mit 409,9 an. Vor einer Woche waren es demnach noch 281,1 Fälle pro Woche und 100.000 Einwoh­ner (Vormo­nat: 242,5). Diesen Angaben zufol­ge ist die Inzidenz binnen einer Woche um 46 Prozent gestie­gen. Ob es sich bereits um den Beginn einer neuen Welle handelt, dürfte sich mit Gewiss­heit erst im Rückblick genau­er sagen lassen.

Zumal die Inzidenz-Angaben nur ein sehr unvoll­stän­di­ges Bild liefern. Zum einen, weil für eine Beurtei­lung der Lage auch die Schwe­re der Erkran­kun­gen und die Lage in den Klini­ken wichtig sind. Dazu wollte das RKI am Donners­tag­abend in seinem wöchent­li­chen Lagebe­richt infor­mie­ren. Zum anderen sind die Grund­la­ge der Inzidenz­be­rech­nung Labor­tes­tun­gen, die mittler­wei­le aber selte­ner als in vorhe­ri­gen Phasen der Pande­mie gemacht werden.

Nicht alle Infizier­te lassen einen PCR-Test machen

Bei weitem nicht alle Infizier­te lassen einen sogenann­ten PCR-Test machen. Nur diese Tests zählen in der Statis­tik. Zudem können Nachmel­dun­gen oder Übermitt­lungs­pro­ble­me zu einer Verzer­rung einzel­ner Tages­wer­te führen.