STUTTGART (dpa/lsw) — Russland als allei­ni­ger Bösewicht, der schon immer seine Inter­es­sen mit militä­ri­scher Gewalt durch­setzt? Dem Pazifis­ten Winfried Hermann ist diese Sicht etwas zu einseitig.

Vor dem Hinter­grund des Krieges in der Ukrai­ne hat der baden-württem­ber­gi­sche Verkehrs­mi­nis­ter Winfried Hermann (Grüne) vor einem zu einsei­ti­gen Blick auf die Rolle Russlands und des Westens gewarnt. «Die militä­ri­schen Konflik­te und Kriegs­be­tei­li­gun­gen der vergan­ge­nen 30 Jahre recht­fer­ti­gen nicht das Bild, dass nur Russland «kriege­risch» und «böse» seine Inter­es­sen immer wieder mit militä­ri­scher Gewalt durch­setz­te», schreibt Hermann in einem Thesen­pa­pier zum Krieg, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Vor allem die US-ameri­ka­ni­schen Inter­ven­tio­nen brach­ten statt Frieden und Demokra­tie viel Zerstörung.»

Russland habe seit dem Ende der Sowjet­uni­on bruta­le, völker­rechts­wid­ri­ge Kriege mit nachweis­li­chen Kriegs­ver­bre­chen in den vermeint­li­chen russi­schen Inter­es­sens­zo­nen etwa in Tsche­tsch