In einem sehr emotio­na­len Artikel beschreibt Herzo­gin Meghan ein schlim­mes Erleb­nis: Sie hat ein ungebo­re­nes Kind verlo­ren. Gesund­heits­ex­per­ten loben die Offen­heit — der Palast schweigt.

Sie habe plötz­lich einen stechen­den Krampf gespürt und sei mit Archie in den Armen auf den Boden gefal­len. «Ich summte ein Schlaf­lied, um uns beide zu beruhi­gen. Die fröhli­che Melodie war ein starker Kontrast zu meinem Gefühl, dass etwas nicht stimm­te», schrieb Prinz Harrys Frau.

«Ich wusste, als ich mein erstge­bo­re­nes Kind umklam­mer­te, dass ich mein zweites verlie­re», berich­te­te Meghan. Stunden später habe sie in einem Kranken­haus­bett gelegen. Harry (36) sei an ihrer Seite gewesen, und beide hätten geweint. Sie habe seine Hand gehal­ten und seine Finger­knö­chel geküsst. Die beiden hätten sich danach oft gegen­sei­tig gefragt: «Geht es dir gut?» Dies sei der «einzi­ge Weg», so die Herzo­gin von Sussex, um sich in einer solchen Situa­ti­on zu stützen.

Aber warum macht Meghan solche priva­ten Momen­te öffent­lich? Nach ihren eigenen Worten will sie damit die Menschen dazu aufru­fen, sich mehr umein­an­der zu kümmern — gerade während der Corona-Pande­mie, die viele Menschen­le­ben gefor­dert hat, und anläss­lich der Thanks­gi­ving-Feiern in Famili­en an diesem Donners­tag in den USA.

Der Bucking­ham-Palast wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Es hande­le sich um eine sehr persön­li­che Angele­gen­heit, so ein Sprecher.

Harrys Onkel, Charles Spencer, sagte hinge­gen dem Fernseh­sen­der ITV, dass alles «sehr, sehr traurig» sei. Er ist ein Bruder von Harrys Mutter Diana, die bei einem Autoun­fall in Paris ums Leben kam. Briti­sche Gesund­heits­ex­per­ten lobten Meghans Artikel: Fehlge­bur­ten kämen oft vor, seien aber immer noch ein Tabu-Thema, sagte Chris­ti­ne Ekechi vom König­li­chen Colle­ge für Geburts­hel­fer und Gynäko­lo­gen. Offene Diskus­sio­nen darüber seien willkommen.

Etwa jede vierte Schwan­ger­schaft ende in einer Fehlge­burt, teilte die gemein­nüt­zi­ge briti­sche Organi­sa­ti­on Tommy’s mit, die auch Forschun­gen in diesem Bereich fördert. Die meisten Frauen verlie­ren ihr Kind in den ersten zwölf Schwan­ger­schafts­wo­chen. Meghans Ehrlich­keit und Offen­heit sei eine «starke Botschaft» an betrof­fe­ne Paare: Man fühle sich zwar einsam, sei aber nicht allein, sagte Sophie King von der Organi­sa­ti­on. In welchem Schwan­ger­schafts­mo­nat Meghan ihr Kind verlor, schrieb die Herzo­gin in ihrem Artikel nicht.

Harry und Meghan hatten sich im Frühjahr vom Königs­haus losge­sagt («Megxit») und leben im kalifor­ni­schen Santa Barba­ra. Die ehema­li­ge US-Schau­spie­le­rin («Suits») stammt aus Los Angeles. Ihren Lebens­un­ter­halt verdie­nen sich die beiden in den USA unter anderem mit einem lukra­ti­ven Vertrag beim Strea­ming­dienst Netflix, für den sie etwa Dokumen­ta­tio­nen und Spiel­fil­me produ­zie­ren wollen. Ihr haupt­säch­li­ches Anlie­gen ist es aber, sich im sozia­len Bereich zu engagie­ren. Dafür gründe­ten sie auch eine gemein­nüt­zi­ge Organisation.

Bei ihrem Vorha­ben prescht vor allem Meghan voran und hält sich auch mit politi­schen Ansich­ten — etwa bei der US-Präsi­den­ten­wahl — nicht zurück. Sie ist eine schar­fe Kriti­ke­rin des Republi­ka­ners Donald Trump und hatte die US-Ameri­ka­ner eindring­lich dazu aufge­ru­fen, zu den Wahlur­nen zu gehen. Ihr politi­sches Engage­ment ist für Royals, zu denen sie auch nach dem «Megxit» gehört, ungewöhnlich.

Für Königin Eliza­beth II. (94) ist die Fehlge­burt neben dem «Megxit» ein weite­rer Schlag in diesem Jahr. Mehre­re Mitglie­der der Königs­fa­mi­lie hatten sich mit dem Corona­vi­rus infiziert. Ihr Sohn Prinz Andrew (60) soll in einen Missbrauchs­skan­dal verwi­ckelt sein. Eine US-Ameri­ka­ne­rin wirft ihm vor, sie als Minder­jäh­ri­ge missbraucht zu haben.

Zumin­dest einen Licht­blick gibt es bei den Royals: Prinzes­sin Eugenie, eine Enkelin der Monar­chin und die Tochter von Andrew, ist schwan­ger. Sie lebt mit ihrem Mann Jack Brooks­bank nun im Frogmo­re Cotta­ge, wo einst Harry und Meghan wohnten — fast in Sicht­wei­te der Queen, die viel Zeit im Schloss Windsor wegen der Pande­mie verbringt.