Biber­ach — Das Kreis­forst­amt Biber­ach hat eine Holzkon­ser­vie­rungs­an­la­ge – ein sogenann­tes „Nassla­ger“ — für die von ihm betreu­ten kommu­na­len und priva­ten Waldbe­sit­zer einge­rich­tet nahe der Tierkör­per­be­sei­ti­gungs­an­la­ge in Warthau­sen einge­rich­tet. Der Bau der Anlage hat rund 250.000 Euro gekos­tet. Das Land Baden-Württem­berg fördert den Bau zu 80 Prozent. Für die Einla­ge­rung der Stämme erhal­ten die Waldbe­sit­zer ebenfalls eine Förde­rung vom Land. Im Nassla­ger Rißtal Warthau­sen können bis zu 8.000 Festme­ter Holz einge­la­gert und konser­viert werden. Das entspricht zirka 300 Lkw-Ladun­gen.

„Zu dem Bau musste man sich kurzfris­tig entschlie­ßen, weil nach Sturm „Sabine“ im Febru­ar unplan­mä­ßig große Holzmen­gen anfie­len. Das Holz war nur noch schwer verkäuf­lich, da der Holzmarkt übersät­tigt war und nicht zuletzt wegen der Corona-Krise die Sägeka­pa­zi­tä­ten über Wochen einge­schränkt waren“, sagt Landrat Dr. Heiko Schmid, der zusam­men mit dem Ersten Landes­be­am­ten Walter Holder­ried sowie im Beisein von Kreis­forst­amts­lei­ter Hubert Moosmay­er und zahlrei­chen Mitar­bei­tern des Kreis­forst­am­tes heute, 29. Juli, symbo­lisch den Wasser­hahn aufdreh­te.

Das Wasser stammt aus der Riss und wird über eine knapp einen halben Kilome­ter lange unter­ir­di­sche Leitung heran­ge­pumpt. Es wird über ein Leitungs­sys­tem auf dem Platz verteilt und über Regner auf das Holz ausge­bracht. Dabei werden, wenn der Platz voll belegt ist, bis zu 500 Liter pro Minute, also ungefähr zwei bis drei Badewan­nen­fül­lun­gen verreg­net.

Im Nassla­ger wird durch künst­li­che Bereg­nung der Stämme die Holzfeuch­te dauer­haft so hochge­hal­ten, dass kein Sauer­stoff mehr in den Holzpo­ren ist. Holzschä­di­gen­den Pilzen und Insek­ten wie zum Beispiel dem Borken­kä­fer wird damit die Lebens­grund­la­ge entzo­gen. Bäume können so über mehre­re Jahre konser­viert und die Holzqua­li­tät erhal­ten werden. Das Holz ist dauer­haft vor Pilzbe­fall und Trocken­ris­sen geschützt. Die Einla­ge­rung entlas­tet den Holzmarkt und wirkt dem Holzpreis­ver­fall entge­gen, wenn zum Beispiel nach einem Sturm sehr viel Holz anfällt. Die Sägein­dus­trie kann konti­nu­ier­lich und witte­rungs­un­ab­hän­gig mit Rohstoff bedient werden. Durch den Abtrans­port der Bäume aus dem Wald ins Nassla­ger müssen die Bäume nicht gegen Borken­kä­fer­be­fall behan­delt werden. Der Bereg­nungs­platz erspart den Wäldern also Insek­ti­zi­de.