Der Modekon­zern Hugo Boss will mit lässi­ge­rer Kleidung und einem ausge­bau­ten Online-Handel punkten. Corona sorgte 2020 für rote Zahlen.

METZINGEN (dpa) — Der Modekon­zern Hugo Boss will 2021 die Corona-Delle hinter sich lassen. Dabei setzt Finanz­chef und Vorstands­spre­cher Yves Müller auf den durch die Pande­mie beschleu­nig­ten Trend zu lässi­ge­rer Kleidung. Der eigene Online­han­del soll ebenfalls ausge­baut werden.

Eine konkre­te Progno­se blieb der Manager am Donners­tag in Metzin­gen anläss­lich einer Telefon­kon­fe­renz zwar schul­dig. Der opera­ti­ve Gewinn und der Überschuss sollen aber deutlich zulegen. Von der Politik vermisst er eine Öffnungs­per­spek­ti­ve für den Handel.

Die durch das Corona-Virus ausge­lös­ten Beschrän­kun­gen ließen Hugo Boss im vergan­ge­nen Jahr in die Verlust­zo­ne rutschen. Der Modekon­zern verbuch­te unter dem Strich einen Verlust von 219 Millio­nen Euro, nach einem Gewinn von 205 Millio­nen ein Jahr zuvor. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel ein Verlust von 236 Millio­nen Euro an, nach einem Plus von 344 Millio­nen im Jahr 2019. Der Umsatz sank um ein Drittel auf 1,95 Milli­ar­den Euro.

Die Corona-Pande­mie dürfte das erste Quartal 2021 noch deutlich beein­träch­ti­gen. So seien in Europa rund 50 Prozent der Geschäf­te geschlos­sen. Im weite­ren Jahres­ver­lauf dürfte sich das Geschäft jedoch spürbar erholen, hofft Müller mit Blick auf fortschrei­ten­de Impferfol­ge und sich daraus ergeben­den Locke­run­gen von Beschrän­kun­gen des öffent­li­chen Lebens.

Hugo Boss will daher das Geschäft mit lässi­ger und sport­li­cher Mode ausbau­en. Der klassi­sche Anzug, mit dem viele Hugo Boss in Verbin­dung bringen, macht inzwi­schen weniger als ein Fünftel des Umsat­zes aus. Die Pande­mie beschleu­nigt dabei die Entwick­lung — nicht nur durch die Arbeit im Homeof­fice, sondern auch durch den Wegfall festli­cher Anläs­se wie zum Beispiel Hochzeiten.

Im wichti­gen US-Markt, in dem Hugo Boss derzeit noch stark mit den Klassi­kern vertre­ten ist, will Vorstands­spre­cher Müller nun die Produkt­pa­let­te umstel­len, um dort das Geschäft anzukur­beln. Dabei verspricht er sich viel von einer neuen Koope­ra­ti­on mit der US-Basket­ball-Liga NBA.

Auch das vergleichs­wei­se kleine Online­ge­schäft soll weiter ausge­baut werden. Im laufen­den Jahr soll die Umsatz­mar­ke von 300 Millio­nen Euro geknackt werden, für 2022 hat Müller einen Anstieg auf 400 Millio­nen in Aussicht gestellt. Im vergan­ge­nen Jahr konnte das Unter­neh­men mit rund 220 Millio­nen Euro den Anteil am Gesamt­um­satz auf 11 Prozent steigern und damit mehr als verdoppeln.