FRIEDRICHSHAFEN (dpa) — Die Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Human Rights Watch hat homose­xu­el­le Fußball­fans vor der Reise zur WM nach Katar gewarnt. Am besten lasse man es, sagte Wenzel Michalski, Deutsch­land-Direk­tor von Human Rights Watch, am Diens­tag beim Kongress Boden­see Business Forum der «Schwä­bi­schen Zeitung» in Fried­richs­ha­fen. Die Botschaft aus Katar an Gäste und Touris­ten, sich an Tradi­tio­nen des Landes zu halten, könne man als «charmant vorge­brach­te Warnung» verste­hen, sagte Michalski, da schwin­ge mit: «Wenn ihr das so auslebt wie in Berlin-Schöne­berg, dann werden wir uns schon irgend­was ausdenken.»

Er glaube zwar nicht, dass viel passie­ren werde, weil die ganze Welt zuschau­en werde, sagte Michalski — und dass westli­che homose­xu­el­le Fans, sofern sie sich an die Sitten der Katarer hielten, dort Fußball schau­en können. «Aber eine Garan­tie gibt es nicht.» Einhei­mi­sche Homose­xu­el­le schweb­ten zudem in großer Gefahr, ihnen drohten nach der WM straf­recht­li­che Maßnah­men. Michalski sprach von einer totalen Überwa­chung in dem Land. Überall in den Stadi­en gebe es etwa Kameras.

In Katar ist Homose­xua­li­tät gesetz­lich verbo­ten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefäng­nis bestraft. Katars Botschaf­ter in Deutsch­land hatte am Montag auf einem Kongress des Deutschen Fußball-Bundes zur Menschen­rechts­la­ge einen fairen Umgang mit seinem Land als WM-Gastge­ber einge­for­dert. Die Situa­ti­on in Katar sei «noch nicht perfekt», räumte Abdul­la Moham­med al Thani ein.