ULM — Junge Menschen können aktiv für den Klima­schutz sein, ohne nur auf der Straße zu demons­trie­ren: mit einer Ausbil­dung im Handwerk. Nicht nur bei einer Lehre in einem Betrieb, der Solar­fel­der oder Windrä­der errich­tet, tragen schon handwerk­li­che Auszu­bil­den­de konkret und aktiv zum Klima­schutz bei. Wer lernt, moder­ne Heizan­la­gen zu instal­lie­ren, Lüftun­gen verbaut oder effizi­en­te Gebäu­de­tech­nik zum Kunden bringt und Energie­ef­fi­zi­enz steigert, leistet einen tatkräf­ti­gen Beitrag für Umwelt und Klima. 

„Energie- und Klima­wen­de werden nur mit dem Handwerk umgesetzt werden und in der Fläche ankom­men können“, so Dr. Tobias Mehlich, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Handwerks­kam­mer Ulm. Handwer­ke­rin­nen und Handwer­ker arbei­ten in über 130 verschie­de­nen Berufen regio­nal und umwelt­freund­lich. Dazu gehört beispiels­wei­se auch eine Braue­rin, die ihre Rohstof­fe aus der Region bezieht. Oder ein Friseur, der darauf achtet, CO2 einzu­spa­ren und seinen Kunden umwelt­freund­li­che Produk­te anbietet. 

Weiter­bil­dung zum Spezialisten

Energie­wen­de und Klima­schutz verän­dern auch die handwerk­li­chen Gewer­ke. Die einzel­nen Berufe werden vernetz­ter. Fachkräf­te, die dieses vernetz­te Wissen haben, sind gesucht. Das Projekt „Exzel­lenz Handwerk“ entwi­ckelt zusam­men mit den Projekt­part­nern, darun­ter Hochschu­len und Handwerks­be­trie­be, solche vernetz­te Weiter­bil­dungs­lehr­gän­ge. Acht Teilneh­mer haben das erste Angebot bereits durch­lau­fen. Sie absol­vie­ren aktuell ihre Prüfun­gen im Bereich Intel­li­gen­te Gebäu­de­tech­nik und System­ver­net­zung. Anschlie­ßend sind sie hochqua­li­fi­zier­te Spezia­lis­ten für „Smart Home“ und „Smart Living“. 

Prakti­kums­wo­chen für Jugendliche

In diesem Jahr finden erstmals landes­weit so genann­te Prakti­kums­wo­chen statt. In den Pfingst­fe­ri­en, im Juli und in den Sommer­fe­ri­en können Jugend­li­che in die verschie­de­nen Handwerks­be­ru­fe hinein­schnup­pern. Bei eintä­gi­gen Prakti­ka können sie Betriebs­ab­läu­fe und Gewer­ke näher kennen­ler­nen und sich auspro­bie­ren. In einer Woche sind bis zu fünf Prakti­ka möglich. Das Angebot richtet sich an alle Schüle­rin­nen und Schüler zwischen Ostalb und Boden­see ab 15 Jahren. „Mein Vorschlag: An einem Freitag mal nicht zur Fridays for Future-Demo und statt­des­sen bei einem Prakti­kums­tag konkret mitschaf­fen an der Klima­wen­de und sich so Lust fürs Machen und Ausbil­den im Handwerk holen“, so Mehlich. Weite­re Infor­ma­tio­nen unter www.praktikumswoche.de.

Offene Lehrstel­len nach Landkreisen:

Alb-Donau-Kreis: 59
Biber­ach: 84
Boden­see: 39
Heiden­heim: 20
Ostalb­kreis: 87
Ravens­burg: 174
Stadt­ge­biet Ulm: 33