BERLIN (dpa) — Die Labore kommen bei den PCR-Tests an ihre Grenzen. Künftig könnten die PCR-Tests bevor­zugt für bestimm­te Gruppen einge­setzt werden. Einige Details bleiben jedoch offen.

Weil die Omikron-Varian­te die Corona-Anste­ckungs­zah­len in die Höhe treibt und die Labore mit der Auswer­tung von PCR-Tests an ihre Grenzen stoßen, sollen die Testvor­ga­ben geändert werden.

Bund und Länder verein­bar­ten, dass das Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um in Abstim­mung mit den Ländern die entspre­chen­den Verord­nun­gen und Bestim­mun­gen anpas­sen soll. Es dürfte darauf hinaus­lau­fen, dass künftig bestimm­te Gruppen, bei denen die Abklä­rung des Infek­ti­ons­sta­tus beson­ders wichtig ist, bevor­zugt die genau­en Tests bekom­men. Wie diese sogenann­te Priori­sie­rung konkret ausge­stal­tet wird, bleibt zunächst aber weitest­ge­hend unklar.

Was gilt aktuell noch?

Wer einen positi­ven Selbst­test hat oder an einer Teststel­le ein positi­ves Schnell­test­ergeb­nis bekommt, hat laut momen­tan gülti­ger bundes­wei­ter Corona-Test-Verord­nung Anspruch auf einen PCR-Test. Das gilt laut Bundes­re­gie­rung auch, wenn die Corona-Warnapp auf Rot steht. Betrof­fe­ne können sich in so einem Fall an ihren Hausarzt wenden, der dann entwe­der einen Test selbst macht oder an ein Testzen­trum überweist. Auch das Gesund­heits­amt kann, wenn es über einen positi­ven Schnell­test infor­miert wurde, einen kosten­lo­sen PCR-Test anordnen.

Ist ein PCR-Test Pflicht?

In jedem Fall bei einer Anord­nung durch das Gesund­heits­amt. Positi­ve Schnell­tests etwa aus Testcen­tern sind laut Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um melde­pflich­tig. Bekommt das Amt also die entspre­chen­de Infor­ma­ti­on, kann es zur PCR-Nachtes­tung auffor­dern. Grund­sätz­lich schreibt das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um auf seiner Websei­te, dass bei positi­vem Schnell­test — auch Selbst­test — ein PCR-Test zur Bestä­ti­gung gemacht werden «sollte». Ob das «sollte» generell eine Pflicht bedeu­tet, hängt auch von den Bestim­mun­gen des jewei­li­gen Bundes­lan­des ab. Zum Teil wird in den Ländern eine Nachtes­tung per PCR-Test vorge­schrie­ben, zum Teil reicht bei positi­vem Selbst­test auch eine Nachtes­tung per Antigen-Schnell­test in einer Teststelle.

Was ist nun geplant?

PCR-Tests sollen vorran­gig für sogenann­te vulnerable Gruppen zur Verfü­gung stehen und für Beschäf­tig­te, die diese betreu­en und behan­deln. Das hatten die Gesund­heits­mi­nis­ter von Bund und Ländern bereits verein­bart, Bundes­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) und die Minis­ter­prä­si­den­ten haben dies nun in ihrem Beschluss «zur Kennt­nis» genom­men. Konkret genannt werden ältere Menschen oder andere Risiko­grup­pen, Beschäf­tig­te in Klini­ken, Praxen, Pflege­hei­men und Einrich­tun­gen der Einglie­de­rungs­hil­fe für Menschen mit Behinderung.

Die Fragen zur prakti­schen Umset­zung sind hier aber noch offen, etwa, ab wann das gelten soll, wer genau den PCR-Test-Anspruch haben wird, wie das konkret nachge­wie­sen werden soll und was mit denje­ni­gen ist, die zum Beispiel einen positi­ven Schnell­test und/oder Sympto­me haben. Bund und Länder müsse dafür zunächst die Corona-Testver­ord­nung und die konkre­ten Bestim­mun­gen zu Tests in den Ländern ändern. Im Zuge dessen wird es mehr Klarheit geben. Ein Sprecher des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums kündig­te «zeitna­he» Infor­ma­tio­nen an.