Bürger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaft hat die dritte PV-Anlage in Primis­wei­ler am Netz

Wangen — Auf dem Dach des neuen Kinder­gar­tens St. Rapha­el in Primis­wei­ler hat die Bürger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaft Region Wangen im Allgäu eG (BEG) ihre nunmehr 13. Photo­vol­ta­ik-Anlage (PV-Anlage) errich­tet. Das Gebäu­de bot sich von der Lage und wegen seiner Ausrich­tung nach Süden hin bestens an. Zudem betreibt die BEG auf den benach­bar­ten Gebäu­den der Turnhal­le und der Grund­schu­le bereits seit 2015 zwei PV-Anlagen.

Die beiden am besten gelege­nen der vier nach Süden ausge­rich­te­ten und um 19 Grad geneig­ten Dachflä­chen wurden mit insge­samt 96 leistungs­star­ken 310 Watt peak (Wp) Modulen belegt. Die Leistung der PV-Anlage beträgt 29,8 Kilowatt peak (kWp). Der Inves­ti­ti­ons­auf­wand beläuft sich auf rund 35 000 Euro.

„Optisch und technisch anspruchs­voll war die Monta­ge auf den Blech­dä­chern“, wie der techni­sche Geschäfts­füh­rer der BEG, Wolfgang Fried­rich, sagt. So wurden schwar­ze Module verwen­det, um sich in der Farbe optisch an das dunkle Grau des Blech­dachs anzupas­sen. „Die techni­sche Beson­der­heit bestand darin, dass die Module nicht – wie sonst üblich — in sich eben und paral­lel zum Dach liegen, sondern ‚geschuppt‘ nach oben versetzt, verlegt wurden.“ Für das Auge ist der Höhen­ver­satz jeder Modul­rei­he kaum sicht­bar. Er bewirkt jedoch, dass im Winter bei Schnee­fall größe­re Schnee­bret­ter verhin­dert werden, die schnell abrut­schen, wenn Tauwet­ter einsetzt. Dies ist wichtig, um den Freibe­reich sichern und die Kinder, die auch im Winter den Außen­be­reich nutzen wollen, vor Dachla­wi­nen zu schüt­zen.

Die PV-Anlage ist als sogenann­te Überschuss­ein­spei­sung konzi­piert. Der erzeug­te Solar­strom wird dabei zuerst im Kinder­gar­ten­ge­bäu­de verbraucht. Erst danach wird der überschüs­si­ge Strom in das öffent­li­che Netz einge­speist. Die Messung erfolgt durch geeich­te Strom­zäh­ler. Die Anlage ist seit 12. Febru­ar 2020 am Netz. „Die bishe­ri­gen Erträ­ge sind überaus erfreu­lich“, sagt Fried­rich. „Sie liegen deutlich über der Progno­se. Insge­samt erwar­ten wir etwa 32 000 kWh Solar­strom im Jahr. Das entspricht einer CO2-Minde­rung von gut 20 Tonnen.“

Die neue PV-Anlage am Kinder­gar­ten ergänzt den Bestand der BEG am Schul­kom­plex. Mit diesen inzwi­schen 115 kWp PV-Leistung lassen sich in Prims­wei­ler jährlich etwa 130 000 kWh Solar­strom erzeu­gen. Das ist gut ein Viertel des Gesamt­ertra­ges aller 13 Anlagen der BEG.

Mit der neuen Anlage liegt die BEG quasi voll im Trend, denn das Jahr 2020 scheint ein sehr gutes Sonnen­jahr zu werden, wie Fried­rich sagt: „Insbe­son­de­re die Monate April und Mai waren außer­ge­wöhn­lich ertrags­reich. Daher liegen wir — Stand heute —  bei allen Anlagen bisher deutlich über den Ergeb­nis­sen des Vorjah­res. So wird die BEG dieses Jahr erstmals in der Geschich­te der Genos­sen­schaft die Grenze von 500 000 kWh/Jahr erzeug­tem Solar­strom deutlich überschrei­ten. Das ist sehr erfreu­lich!“