BERLIN (dpa) — Putzen, Waschen, Bügeln — Hausar­beit ist millio­nen­fach Schwarz­ar­beit. Mit neuen staat­li­chen Zuschüs­sen sollen sich Famili­en Haushalts­hil­fen legal leisten können. Aber reichen die Pläne aus?

Bundes­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD) will mit den geplan­ten Zuschüs­sen für Haushalts­hil­fen Schwarz­ar­beit in Deutsch­lands Privat­haus­hal­ten spürbar eindämmen.

Zunächst sollen Famili­en, Allein­er­zie­hen­de und pflegen­de Angehö­ri­ge bei der Beschäf­ti­gung einer Haushalts­hil­fe 40 Prozent der Kosten vom Staat bezuschusst bekom­men. «Wir rechnen mit einem Aufwand von 400 Millio­nen Euro im Jahr in der Anfangs­stu­fe», sagte Heil der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

In den kommen­den Jahren solle das System Schritt für Schritt ausge­baut und für andere Haushal­te geöff­net werden, so Heil. Der Deutsche Gewerk­schafts­bund (DGB) drang darauf, dass Haushal­te mit schma­lem Budget nicht leer ausge­hen. DGB-Vorstands­mit­glied Anja Piel sagte der dpa, es müsse sicher­ge­stellt werden, «dass die Förde­rung Haushal­te mit kleinen und mittle­ren Einkom­men erreicht, die sich legal beschäf­tig­te Haushalts­hil­fen ohne Zuschuss nicht leisten können».

«Haushalts­hil­fen aus der Schwarz­ar­beit holen»

SPD, Grüne und FDP hatten die Förde­rung haushalts­na­her Dienst­leis­tun­gen im Koali­ti­ons­ver­trag verab­re­det. «Zum einen sorgen wir dafür, dass wir Haushalts­hil­fen aus der Schwarz­ar­beit holen und mehr sozial­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung schaf­fen», bekräf­tig­te Heil. «Zum anderen entlas­ten wir die Menschen im Alltag, die stark gefor­dert sind.» Zudem seien Mehrein­nah­men über Steuern und Sozial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zu erwarten.

Die geplan­ten Zuschüs­se, sogenann­te Haushalts­schecks, sollen laut Heil Menschen mit norma­len Einkünf­ten den Alltag ein Stück erleich­tern können. Sie sollen sich die Haushalts­hil­fen leisten können. «Mir schwebt dabei eine techni­sche Lösung beispiels­wei­se in Form einer App vor, über die unbüro­kra­tisch bei einem Dienst­leis­ter eine sozial­ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tig­te Haushalthil­fe gebucht werden kann», sagte Heil.

«Es wird natür­lich ein Eigen­bei­trag zu zahlen sein.» Der Staat werde 40 Prozent zuschie­ßen. Laut Koali­ti­ons­ver­trag sollen die Zulagen und die bestehen­de steuer­li­che Förde­rung verrech­net werden. «Wir werden dieses System einfüh­ren und zunächst für Famili­en mit Kindern, für Allein­er­zie­hen­de und für Menschen öffnen, die pflege­be­dürf­ti­ge Angehö­ri­ge haben.»

DGB: Schritt in die richti­ge Richtung

Gewerk­schaf­te­rin Piel sagte, es sei gut, «dass die Ampel das Thema Alltags­hil­fen endlich angeht». Zugleich verwies Piel darauf, dass ein DGB-Modell einen Zuschuss in Höhe der Hälfte der Kosten für eine Haushalts­hil­fe für alle Haushal­te vorse­he. «Mit dieser Erwei­te­rung könnte das System seine volle Wirkung entfal­ten.» Piel nannte als gewünsch­te Effek­te eine Entlas­tung von Famili­en, insbe­son­de­re Frauen, dadurch mehr Möglich­kei­ten zum regulä­ren Arbei­ten sowie das Ausschöp­fen von Fachkräf­te­po­ten­zia­len. Rund 1,5 Millio­nen sozial­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Jobs könnten in Privat­haus­hal­ten entste­hen, rechnet sie vor. Piel erkann­te die Pläne Heils aber als ersten Schritt