KIEW/MOSKAU (dpa) — «Russi­sche Erpres­sung hat zu nichts geführt»: Nach Kritik steigt Russland wieder in das Abkom­men zum Export von Getrei­de ein. Auch vor dem UN-Sicher­heits­rat muss Moskau eine Schlap­pe einste­cken. Die News.

Der ukrai­ni­sche Präsi­dent Wolodym­yr Selen­skyj sieht die Wieder­auf­nah­me des Getrei­de­ab­kom­mens als Teilerfolg im Krieg mit Russland. «Die russi­sche Erpres­sung hat zu nichts geführt», sagte Selen­skyj gestern in seiner abend­li­chen Videoansprache.

Er lobte insbe­son­de­re UN-General­se­kre­tär António Guter­res und den türki­schen Präsi­den­ten Recep Tayyip Erdogan sowie weite­re Schlüs­sel­part­ner als Vermitt­ler. «Wieder einmal hat jeder gesehen, dass es in unserer Region nur eine Bedro­hung für die globa­le Ernäh­rungs­si­cher­heit gibt, und das ist die Russi­sche Födera­ti­on und sonst niemand», beton­te er nach mehr als acht Monaten Krieg.

Putin schließt neuen Ausstieg aus Getrei­de­ab­kom­men nicht aus

Kreml­chef Wladi­mir Putin schloss jedoch einen neuen Ausstieg aus dem Getrei­de­ab­kom­men mit der Ukrai­ne nicht aus, sollte es aus russi­scher Sicht Verstö­ße dagegen geben. «Russland behält sich das Recht vor, aus diesen Verein­ba­run­gen auszu­stei­gen für den Fall, dass die Garan­tien seitens der Ukrai­ne verletzt werden», sagte Putin gestern bei einer Video­kon­fe­renz mit dem natio­na­len Sicherheitsrat.

Auch bei einem Ausstieg aus dem Abkom­men sei Russland aber bereit, die für ärmere Länder bestimm­ten Getrei­de­lie­fe­run­gen durch den verein­bar­ten Korri­dor passie­ren zu lassen. Russland hatte zuvor über die Wieder­auf­nah­me des Getrei­de­ab­kom­mens informiert.

Russland schei­tert vor UN-Sicherheitsrat

Vor dem UN-Sicher­heits­rat schei­ter­te Russland wie erwar­tet mit einer gegen die USA und die Ukrai­ne gerich­te­ten Resolu­ti­on zu Biowaf­fen. Der Text, der sich an unbeleg­te russi­sche Vorwür­fe anlehnt, die USA würden biolo­gi­sche Waffen in der Ukrai­ne produ­zie­ren, bekam gestern nur zwei Stimmen — die von Russland selbst sowie von China.

Die USA, Großbri­tan­ni­en und Frank­reich stimm­ten gegen die Beschluss­vor­la­ge. Die übrigen 10 Länder des 15-köpfi­gen Rates enthiel­ten sich. Für eine Annah­me wären mindes­tens neun Stimmen nötig gewesen. Die Resolu­ti­on galt als erneu­ter Versuch Moskaus, seinen nicht beleg­ten Behaup